Der Dolomiten Höhenweg Nr.1 führt auf 150 km Länge vom Pragser Wildsee im Hochpustertal bis nach Belluno. Auf einer ein- bis zweiwöchigen Wanderung bringen einen die gewaltigen Felsformationen der Dolomiten immer wieder zum Staunen, denn der Weg führt durch teils hochalpine Landschaft bekannter Berggruppen wie Fanes und Civetta.
Und dabei benötigt man weder Kletterkenntnisse, noch eine Bombenkondition. Der Weg ist großteils leicht zu begehen und dank vieler am Weg liegender Hütten kann man die Länge der Etappen ganz nach Belieben wählen. Somit ist der Alta Via delle Dolomiti n.1 wie geschaffen für Anfänger, die das erste mal Trekkingluft schnuppern wollen. Auch Genießer, denen landschaftliche Schönheit wichtiger ist als sportliche Herausforderung, kommen voll auf ihre Kosten.

Höhepunkte

Einer der schönsten Plätze befindet sich gleich am Anfang der Tour: der idyllisch gelegene Pragser Wildsee, oder Lago di Braies, wie er auf Italienisch heißt.

Pragser Wildsee

Pragser Wildsee

Für uns der zweite Höhepunkt – und messtechnisch gesehen der eigentlich höchste Punkt der gesamten Route – ist der Lagazuoi. Auf der Terrasse des Rifugio nach dem Abendessen in der Dämmerung einen Regenbogen zu erspähen hat schon was für sich.

Lagazuoiblick mit Regenbogen

Nach dem Gewitter am Lagazuoi – ein Regenbogen

Echtes Bergsteigerfeeling bekommt man nach dem vierten Tag. An den Cinque Torri kann man, wenn die Bedingungen dafür geeignet sind, Kletterer dabei beobachten, wie sie an einem der Türme emporkraxeln.

Cinque Torri

Nach einem anstrengenden Aufstieg auf die Forcella Coldai erblickt man den gleichnamigen See, der zum Verweilen einlädt.

Lago Coldai

Lago Coldai

Das Wandern entlang der riesigen Civetta-Wände vermittelt einem das Gefühl, wie gigantisch die Alpen sind. Aus sicherer Entfernung kann man sich den Felskoloss hinterher vom Rifugio Tissi aus ansehen.

Civetta

Civetta

Geschichte

In den späten 1960er Jahren entstanden die ersten Dolomiten-Höhenwege um den Bergtouristen neue Möglichkeiten zu bieten. Mario Brovelli, Toni Hiebeler und Piero Rossi, alle drei erfahrene Bergsteiger, waren die maßgeblichen Treiber hinter der Erbauung der Numero Uno. Leider durfte keiner der drei miterleben, wie der Nationalpark Belluneser Dolomiten, für den sie zeitlebens gekämpft hatten, 1990 gegründet wurde.Alte Bilder

Etappen

Dank den vielen Hütten, die über den gesamten Höhenweg verteilt sind, kann man sich die Etappen einteilen, wie man möchte. Wer ganz viel Zeit mitbringt, kann auch gut und gerne 17 Tagesetappen bis Belluno brauchen. Trailrunner brauchen gerade mal 1 Woche bis ins Ziel. Wer langsam unterwegs ist und nicht ganz so viel Zeit hat – so wie es bei uns der Fall war – kann auch an geeigneten Punkten einfach abbrechen und sich den Rest schenken.

Nachfolgend die Berichte von unseren Etappen, die uns bis zum Passo Duran führten:

Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 1 Tag 1: Vom Pragser Wildsee zur Senneshütte 4:30h
Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 2 Tag 2: Wegelagerer auf dem Weg zur Faneshütte 4:30h
Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 3 Tag 3: eine Umleitung, gewaltige Felstürme und stumme Zeugen des Ersten Weltkriegs 7:15h
Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 4 Tag 4: Fünf Türme und ein Eichhörnchen 4:15h
Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 5 Tag 5: Salve, Monte Pelmo! 7:30h
Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 6 Tag 6: Lustwandeln im Angesicht der Civetta 7:30h
Dolomiten Höhenweg Nr. 1 Tag 7 Tag 7: Alles hat ein Ende… 5:00h

Unterkünfte

Die Saison für den Weg ist im Sommer, von Juli bis September. Da die Tour recht bekannt und das Zeitfenster nicht allzu groß ist, sollte man beizeiten reservieren. Das kann man ganz einfach über’s Internet selber machen (auf den Hüttenseiten individuell buchbar) oder bei einem der Gruppenanbieter (siehe unten).

Hütte Betten Saison Duschen? Doppelzimmer?
Seekofelhütte (Rifugio Biella) 42 Mitte Juni – Anfang Oktober nein nein
Senneshütte 60 Anfang Juni – Mitte Oktober ja ja
Faneshütte 80 Anfang Juni – Mitte Oktober ja ja
Lavarellahütte 46 Mitte Juni – Mitte Oktober ja ja
Rifugio Lagazuoi 74 Mitte Juni – Anfang Oktober ja ja
Rifugio Averau 40 Mitte Juni – Ende September ja ja
Rifugio Nuvolau 24 Mitte Juni – Mitte September nein nein
Rifugio Cinque Torri 24 Anfang Juni – Ende September ja nein
Rifugio Croda da Lago 51 Mitte Juni – Mitte September ja nein
Rifugio Citta di Fiume 35 Mitte Juni – Mitte September ja nein
Rifugio A. Sonino al Coldai 83 Mitte Juni – Ende September ja nein
Rifugio Tissi 65 Sommer und Herbst ja nein
Rifugio Vazzoler 52 Mitte Juni – Mitte September ja nein
Rifugio Bruno Carestiato 40 Mitte Mai – Mitte Oktober ja nein
Rifugio C. Tome 25 Mitte Juni – Ende September ja ja
Rifugio San Sebastiano 25 Mitte Juni – Ende September ja ja
Rifugio Sommariva al Pramperèt 25 Mitte Juni – Mitte September ja nein
Rifugio Pian de Fontana 25 Mitte Juni – Anfang Oktober ja nein
Rifugio Furio Bianchet 40 Mitte Mai – Mitte Oktober nein nein
Doppelzimmer Fanes-Hütte

Manchmal hat man Buchungsglück und bekommt ein Doppelzimmer mit Fernseher (blieb aus)

Alle Hütten bieten zusätzlich zur Übernachtung auch Halbpension an. Die Preise inklusive Abendessen und Frühstück bewegen sich in etwa zwischen 50 und 70 Euro. Das Zelten ist übrigens im gesamten Nationalpark verboten.

Hin- und Wegkommen

Der Startpunkt des Dolomiten Höhenwegs ist der Pragser Wildsee. Dort hin kommt man am besten mit dem Bus von Toblach aus. Reist man mit dem Auto an, existiert am Zugbahnhof Toblach (nicht der Busbahnhof!) ein großer kostenloser Parkplatz.

Unterwegs gibt es diverse Absprungpunkte, wenn man keine Zeit hat, alle 9 Etappen zu gehen. Am geschicktesten ist es, über Cortina d’Ampezzo mit dem Bus zurück nach Toblach zu fahren. Das Schwierige ist von unterwegs in die ehemalige Olympiastadt zu kommen. Wir sind zum Beispiel vom Passo Duran aus mit einem Privattaxi (Tipp: den Wirt fragen, ob er etwas arrangieren kann – man kann jede Menge Geld sparen) chauffiert worden.

Gelangt man bis nach Belluno, nimmt man den Zug nach Longarone und steigt dort in den Bus nach Toblach um. Da der Bus nur sehr selten fährt, sollte man sich vorher vergewissern, ob die Verbindung zur ausgewählten Zeit auch passt. Alternativ übernachtet man in Belluno und kann dann am Morgen mit dem Morgen-Bus direkt nach Toblach fahren.

Ausrüstung

Ausrüstung Hüttentour

Ausrüstung Hüttentour

Für den Dolomiten Höhenweg Nummer 1 benötigt man neben der normalen Wanderausrüstung keine spezielle Ausrüstung. Wenn man schon mal eine Hüttenübernachtung gemacht hat, braucht es nur etwas mehr Kleidung und eventuell – je nach Sauberkeitsbedürnis – etwas Rei in der Tube 😉

Möchte man am Schluß noch den Klettersteig machen, wird natürlich zusätzlich das Set benötigt. Übernachtet man am Passo Duran im Rifugio San Sebastiano, gab es bisher die Möglichkeit sich dort ein Klettersteigset samt Gurt auszuleihen.

Anbieter

Es ist kein Problem, den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 selbständig zu wandern. Wenn wir das geschafft haben, dann kannst Du das auch! Unterwegs haben wir jeden Tag mehr oder weniger die selben Personen getroffen – immerhin startet man am gleichen Tag und sooo viele Hütten zur Auswahl hat es nicht. Wem aber die losen Bekanntschaften zu wenig sind und lieber jeden Abschnitt mit den gleichen Leuten unternehmen möchte, dem sei eine Gruppenreise empfohlen. Anbieter gibt es wie Sand am Meer, zum Beispiel: