8 Tage Dolomiten pur heißt es auf dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 1. Bei strahlendem Sonnenschein entfleuchen wir mit unseren sieben Sachen im Gepäck der hektischen Zivilisation und tauchen ein in eine faszinierende Welt aus steilem Fels und sanften, grünen Wiesen.

Die Tour ist von langer Hand geplant. Die Hütten hat BabyMufflon bereits im Januar reserviert. Denn der Höhenweg ist sehr beliebt und die Schlafplätze auf den Hütten mutmasslich knapp.

Wir sind bereits am Vorabend nach Toblach angereist. So können wir uns nochmal ausruhen, bevor es auf die erste Etappe geht. Dummerweise ist bei der Zimmerreservierung etwas schiefgelaufen. BabyMufflon hatte das über ein Onlineportal gemacht und die Buchung wurde auch bestätigt. Als wir jedoch glücklich bei dem Bauernhof vorfahren, kucken die Hausleute ziemlich verdutzt. Denn sie wissen von nichts und das Zimmer ist – na klar – anderweitig vermietet. Wir zeigen ihnen die Buchungsbestätigung. Aber es nutzt ja nichts. Belegt ist belegt. Ein Zimmer ohne Bad könnten sie uns anbieten. Aber gerade, wenn es eine Woche auf Wanderschaft geht, wäre eine gemütliche Dusche am morgen vor dem Start nicht zu verachten. Die Dame des Hauses ist sehr freundlich und telefoniert ein paar Bekannte durch, die auch Zimmer zu vermieten haben. Wir haben Glück – sie wird fündig und so haben wir am Ende doch ein Dach über dem Kopf. Mit Dusche 🙂

Am nächsten Morgen parken wir das Auto in Toblach. Den Bus zum Pragser Wildsee haben wir natürlich gerade verpasst – schlecht organisiert von BabyMufflon! Asche auf mein Haupt. Eine Stunde, dann geht der nächste. Ist doch auch mal schön, die Leute an einer Bushaltestelle zu beobachten. Wir sind nicht die einzigen, die zum See wollen. Der Bus ist gestopft voll. Eine halbe Stunde geht die rasante Fahrt, dann entsteigen wir dem Gefährt und genießen ein letztes Mal für viele Tage die Menschenmengen um uns herum.

Start am Hotel Pragser Wildsee

Start am Hotel Pragser Wildsee

Noch schnell BabyMufflons obligatorische Pipipause und dann steht einem vergnügten Start nichts mehr im Wege. Die Sonne scheint, wir sind vereint. Mit dem Rucksack auf dem Rücken und der Aussicht auf 8 erlebnisreiche Tage. Herrlich! Das ist Leben pur!

Pragser Wildsee - eine Idylle in türkis

Pragser Wildsee – eine Idylle in türkis

Allein der Pragser Wildsee ist schon ein tolles Erlebnis. Klares türkisgrünes Wasser, umrahmt von zauberhafter Bergkulisse. Die vielen Leute denke man sich weg. Ein wunderschöner Startpunkt für eine Tour.

Ein Kappellschä am Rand des Pragser Wildsees

Ein Kappellschä am Rand des Pragser Wildsees

Wir umrunden den See zur Hälfte und biegen dann ab auf einen Bergpfad, der uns durch Geröll und Gestein als nuff führt. Immer kleiner wird der türkise See. Immer weiter entschwinden wir dem Alltag.

Blick zurück auf den Pragser Wildsee

Blick zurück auf den Pragser Wildsee

Der Weg führt uns übers Nabige Loch zur Porta Sora al Forn (zu deutsch Ofenscharte) auf 2388 Meter. Zwischendurch gibt es ein paar drahtseilgesicherte Stellen, die aber allesamt harmlos und für jeden halbwegs trittsicheren Wanderer gut zu bewältigen sind.

Drahtseilversicherte Stelle vor der Ofenscharte

Drahtseilversicherte Stelle vor der Ofenscharte

Wir befinden uns nun am Fuß des Seekofels und legen am Bildstock eine mittlerweile wohlverdiente (finden wir zumindest…) Pause ein. Die Besteigung des Seekofels ist reizvoll und soll auch nicht allzu schwierig sein. Da wir frisch aus dem Flachland kommen, wollen wir es aber erst mal langsam angehen lassen und sparen uns den Aufstieg. Im Nachhinein ziemlich schade – es soll nämlich ein 1A-Aussichtsberg sein.

Dolomitenhöhenweg Nr. 1, Tag 1

Wir ziehen weiter. Von nun an geht es nur noch abwärts. Vorbei an der Seekofelhütte wandern wir weiter bis zu unserem ersten Quartier – der Senneshütte auf 2126 Meter. Wir bekommen ein Zimmer ganz für uns alleine. Was für ein unglaublicher Luxus auf einer Bergtour!

Senneshütte, 2126m

Senneshütte, 2126m – im Hintergrund der Seekofel 2810m

Abendessen haben wir für die ersten Tage selbst mitgebracht. Und so ziehen wir nach einem kurzen Nickerchen los und suchen uns draussen ein lauschiges Plätzchen für unser abendliches Picknick. Es fühlt sich großartig an, in dieser grandiosen Landschaft zu sitzen. Die Stille zu genießen. Einfach zu sein. Weit weg vom Hamsterrad der modernen Gesellschaft. Heute sind wir frei!

Kuh auf Wiese vor Berg

Ein paar Murmeltiere huschen durchs Gras und verschwinden in ihrem Bau. Kuhglocken läuten. Die Sonne geht langsam unter und taucht die Welt sanft in orangenes Licht. Es ist wie in einem kitschigen Heimatfilm – und doch oder gerade deshalb soooo schön. Dann wird es allmählich kühl und wir ziehen uns zurück in die Hütte. Es wird noch das ein oder andere Radler gezischt und dann gehts ab in die Federn. Denn morgen folgt Etappe Zwou!