Unter den steilen Wänden des Glärnischmassivs lädt der wunderschön gelegene Klöntalersee zum Baden und Entspannen ein. Wer daneben noch ein bisschen die Wanderbeine schwingen möchte, dem empfehlen wir eine Wanderung am Südufer des Sees von Vorauen bis Netstal.

Anfahrt an den Klöntalersee

Mit dem Postauto geht es ab Glarus hinauf ins Klöntal. Auf der Fahrt entlang des Nordufers lassen sich erste Blicke auf den See erhaschen. Angesichts des strahlenden Türkis, das uns entgegen leuchtet, steigt die Vorfreude auf die Wanderung.

Eigentlich kann man bis zur Haltestelle ‚Plätz‘ fahren. Es lohnt sich aber, bereits in Vorauen auszusteigen. Bei der Badestelle des Campingplatzes Vorauen hat man nämlich einen grandiosen Blick über den See. Den will ich mir nicht entgehen lassen. Und da ich alleine unterwegs bin, kann ich über solche Abstecher frei entscheiden. PapaMufflon ist nämlich heute auf den Wiggis unterwegs und schaut sich den Klöntalersee von oben an.

Klöntalersee Uferwanderung
Entspannte Morgenstimmung am Ufer des Klöntalersees in Vorauen

Zugegeben, es ist schwer, sich von dem romantischen Blick auf den See loszureissen. Zu schön die Vorstellung, einfach den ganzen Tag am Strand die Seele baumeln zu lassen. Aber Bewegung ist schliesslich gesund und so geht es los in Richtung Plätz, dem eigentlich Ausgangspunkt der Wanderung.

Überreste des Winters: Weg mit Hindernissen

Über eine Brücke wird die Chlü überquert. Der Weg verläuft zwischen Waldrand und der Chlü, die schliesslich im Klöntalersee mündet. Schon bald wird klar, dass die Wanderung unter den Glärnisch-Nordwänden sich nicht so einfach wie gedacht gestaltet. Es ist zwar bereits Ende Mai. Durch die schattige Lage haben sich aber noch nicht alle Überreste des Winters verabschiedet. Der Weg ist immer wieder von Lawinen verschüttet, umgerissene Bäume und Gestrüpp versperren das Durchkommen. Zwischenzeitlich stelle ich mir die Frage, ob der Weg eigentlich gesperrt ist und ich lediglich das entsprechende Schild übersehen habe.

Just in dem Moment als ich beim Überkraxeln einer schuttbedeckten Lawine überlege, ob es vernünftiger wäre umzukehren, kommt aus der Gegenrichtung eine Wanderin entgegen. Sie berichtet, dass noch einige Hindernisse auf dem Uferweg warten, der Weg aber grundsätzlich begehbar ist. Also beschliesse ich weiterzugehen. Es stellt sich heraus, dass das erste Wegstück am chaotischsten ist. Schneereste gibt es bald keine mehr. Lediglich einige Bäche gilt es zu überqueren. Ich bin froh, dass ich nicht die ganz leichten Wanderschuhe, sondern meine Lowa Tibet angezogen habe. So komme ich jeweils sicher und trockenen Fusses ans andere Ufer. Die Stöcke habe ich zu Hause gelassen und da ich nicht riskieren will, aufgrund eines Fehltritts im Wasser zu landen, entscheide ich mich im Zweifel für einen Tritt ins Wasser, als zu versuchen, einen ganz grossen Schritt oder gar Sprung auf einen trockenen Stein zu wagen.

Klöntalersee Uferwanderung
Die Wanderung führt häufig durch den Wald. Schön schattig im Sommer.

Tolle Aussichten über den Klöntalersee

Die erste Hälfte der Wanderung verläuft viel durch den Wald. Nur selten wird der Blick auf den See wirklich frei. In der zweiten Hälfte ändert sich das. Und es herrscht immer mehr Betrieb, je näher man dem Campingplatz Güntlenau (mit grossem Parkplatz) kommt. An heissen Sommertagen ist hier sicher die Hölle los.

Man sieht, dass der See momentan nicht voll ist. Die breiten Kiesstrände gab es bei unserem letzten Besuch im vorigen August nicht. Da auf den Bergen noch einiges an Schnee liegt, wird er sich bestimmt noch füllen, sobald das ganze Schmelzwasser herunterkommt.

Klöntalersee Uferwanderung
Obwohl der Weg grösstenteils durch den Wald geht, wird immer wieder der Blick auf den See freigegeben.

Am Staudamm endet die Uferwanderung. Hier kann man noch ein letztes Mal das fantastische Panorama auf sich wirken lassen. Scheinbar zum Greifen nah ragen Ruchen und Vrenelisgärtli in die Höhe.

Klöntalersee Staudamm
Am Staudamm präsentiert sich eindrucksvoll das Glärnischmassiv mit u.a. dem Ruchen.

Abstieg nach Netstal

Nun folgt der Abstieg nach Netstal. Entlang der Löntsch geht es in angenehmem Gefälle hinab. Es ist ein gemütlicher Waldweg ohne spektakuläre Highlights. Von denen gab es ja am Klöntalersee zur Genüge!

Am Bahnhof Netstal treffe ich mich mit PapaMufflon, der ebenfalls glücklich und zufrieden von seinem Ausflug auf den Wiggis zurückkehrt – auch wenn er den Gipfel aufgrund der Schneeverhältnisse nicht erreicht hat. Gerade als wir in den Zug steigen, bricht ein Platzregen aus. Wir hatten schändlicherweise beide keine Regenjacke dabei. Glück darf man auch mal haben!

Klöntalersee vom Wiggis
Beim Aufstieg zum Wiggis kann man den Klöntalersee von oben bewundern

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