Feuerland – ein Traumreiseziel am Ende der Welt. Wir verraten, was es rund um Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt, zu entdecken gibt. Von Pinguinen auf der Isla Martillo bis hin zum Tierra del Fuego Nationalpark.

Die Anreise nach Ushuaia kann man mit dem Flugzeug, dem Boot oder dem Bus machen. Wir  entscheiden uns für die Anfahrt mit dem Bus von Punta Arenas. Die Busfahrt sollte man unbedingt rechtzeitig reservieren, denn die Verbindungen bis Ushuaia sind recht dünn gesät. Und: die Busse fahren nicht jeden Tag. Wir wussten das vorher nicht und mussten eine Nacht länger in Punta Arenas verbringen als geplant.

Die Überfahrt mit der Fähre nach Feuerland ist von einem beeindruckend hohen Wellengang geprägt. Wir sind froh, als der Spuk nach 20 Minuten vorbei ist und wir wieder festen Boden unter den Füßen haben. Nicht viel länger und der Magen hätte wohl angefangen zu rebellieren.

Ushuaia Ortsschild

Die südlichste Stadt der Welt: Ushuaia

Ushuaia selbst ist ein nettes, aber unspektakuläres Städtchen. Die Geldautomaten sind wie so oft in Südamerika etwas launisch und geben nicht immer Bargeld heraus. Die Hundestreunerrate ist relativ hoch für Argentinien. Doch wir sind nicht für die Stadt selbst hier runter gekommen, sondern wollen das Umland erkunden.

Pinguinvisite auf der Isla Martillo

Die Fahrt zur Isla Martillo ist eine Halbtagestour, die man am Stand von Piratour buchen kann. Wir sind normalerweise kein Freund von solchen Touren und sind lieber auf eigene Faust unterwegs, aber dieses Erlebnis hat sich wirklich gelohnt. Auch wenn es nicht ganz billig ist.

Wir fahren zunächst mit einem Kleinbus von Ushuaia aus zur Estancia Haberton am Beagle Kanal. Unterwegs sehen wir viele der für Feuerland typischen windschiefen Bäume.

Bäume im Wind Feuerland

Sturmgebeugte Südbuchen – typisch Feuerland! Das Bild gibt eine Vorstellung davon, wie windig es am Ende der Welt sein kann

An der Estancia steigen wir in in eine Art Riesenschlauchboot um, das uns in einer Viertelstunde über den Beagle Kanal zur Isla Martillo bringt. Dort werden wir bereits von den ersten Pinguinen begrüßt.

Boot zur Isla Martillo, Feuerland

Der Transfer zur Insel erfolgt mit großen Schlauchbooten. Das Ein- und Aussteigen erfolgt über eine Leiter.

Auf der Insel lebt die südlichste Pinguinkolonie Argentiniens. Die meisten Pinguine zählen zu den Magellanpinguinen. An die 1000 Nester brühten sie jedes Jahr aus. Daneben bevölkern auch einige Eselspinguine die Insel. Und ab und zu verirrt sich auch ein Königspinguin hier her.

Pinguine auf der Isla Martillo

Pinguine soweit das Auge reicht!

Im Februar sind die Babys schon recht groß gewachsen. Man sieht bei einigen aber noch Überreste des flauschigen Babyfells. Wir spazieren in Begleitung unserer Tourbegleiterin über die Insel. Alle verhalten sich leise, um die Pinguine möglichst wenig zu stören. Der Mindestabstand zu den Tieren beträgt drei Meter, es sei denn, ein Pinguin nähert sich aus Neugier freiwillig.

Babypinguin in Feuerland

Dieser kleine Kerl hat sein flauschiges Babyfell noch nicht ganz abgelegt.

Einige der kleinen Kerle kommen tatsächlich ganz aufgeschlossen auf uns zu gewatschelt. Es macht unheimlich Spaß, sie zu beobachten.

Pinguin auf der Isla Martillo

Neugierig kommt ein Pinguin auf meine Kamera zugelaufen. Ist er nicht süß?!

Am Strand entdecken wir sogar einen Königspinguin. Natürlich stürzen sich gleich alle mit ihren Kameras auf ihn wie die Geier. Dabei bieten die anderen Pinguine mindestens genauso gute Motive.

Königspinguin auf der Isla Martillo in Feuerland

Er ist der Star unter all den Pinguinen: der Königspinguin.

Nach einer Stunde ist unser Besuch auf der Isla Martillo leider schon wieder vorüber und wir müssen wieder ins Boot steigen. Auf der Estancia besteht die Möglichkeit, sich mit Tee und Kuchen zu stärken und dann geht es weiter ins Meerestieremuseum der Forschungsstation, wo uns eine Studentin jede Menge Skelette von Delfinen, Walen und anderem Meeresgetier erläutert. Forscher aus aller Welt kommen hierher, um an den gefundenen Walskeletten Untersuchungen durchzuführen.

Wandern im Nationalpark Tierra del Fuego

Am nächsten Tag nehmen wir uns einen Mietwagen, um in den Tierra del Fuego Nationalpark zu fahren. Man kann zwar auch mit einem Bus fahren, ist dann aber weniger flexibel.

Zunächst steuern wir das End-of-the-world Post Office an. Wir lassen unsere Postkarten mit dem Fin-del-Mundo-Stempel versehen und ab geht die Post nach Europa. Die Familie wird sich freuen!

Der Costera Trail

Unmittelbar bei der Poststation startet einer der schönsten Wanderwege im Tierra del Fuego Nationalpark: der Costera Trail. Er ist 8 Kilometer lang, verläuft auf unschwierigen Wegen und dauert etwa 4 Stunden.

Muschel am Beagle Kanal

Wer sich ein bisschen Zeit nimmt, kann an der Küste wunderschöne Muscheln entdecken

Leider stellt Papa Mufflon schon nach kurzer Zeit fest, dass er die Wanderung an diesem Tag nicht packen wird. Der kaputte Fuß meldet sich wieder. Die Wanderungen in El Chaltén und im Torres del Paine Nationalpark waren für die Knochenprellung anscheinend zu viel. Etwas Gutes hat sein Ausfall: er kann Baby Mufflon nun mit dem Wagen am Ende der Wanderung im Besucherzentrum einsammeln.

Küstenwanderung am Beagle Kanal

Unzählige wunderschöne Buchten lernt man auf der 4 stündigen Küstenwanderung am Beagle Kanal kennen.

Die Wanderung verläuft großteils direkt an der Küste entlang. Immer wieder kommt man an schöne Buchten, die zum Verweilen und Seele baumeln lassen einladen. Es kommt sogar ab und zu die Sonne heraus, was man in Feuerland als großes Glück bezeichnen kann. Wirklich sehr empfehlenswert, um auch am Ende der Welt in Bewegung zu bleiben.

Küstenwanderung Feuerland

Bei Sonnenschein kommt fast ein karibisches Feeling auf

Und noch ein paar schöne Aussichtspunkte zum Abschluss

Nachdem wir uns am Besucherzentrum wieder vereint haben, steuern wir noch ein paar schöne Aussichtspunkte an, die man auch ohne große Wanderung erreichen kann.

Am Mirador Lapataia hat man eine wunderschöne Aussicht über die Lapataia Bucht.

Bahia Lapataia, Tierra del Fuego Nationalpark, Feuerland

Blick über die Bahia Lapataia im Tierra del Fuego Nationalpark

So niedlich die Nager sind – Biber sind in Feuerland eine echte Plage. Sie wurden vor Jahrzehnten aus Kanada importiert und angesiedelt, weil man mit ihren Pelzen Geld verdienen wollte. Doch mangels natürlicher Feinde vermehren sie sich bis heute unkontrolliert und zerstören das Ökosystem. Während Bäume in ihren natürlichen Lebensräumen sich von Biberverbiss erholen können, sterben sie in Feuerland ab. Große Flächen Wald sind bedroht. Am Ziel des Senda Castorera kann man sich einen Biberdamm samt der Schäden, die er anrichtet, live anschauen.

Biberdamm im Tierra del Fuego Nationalpark

Ein riesiger Biberdamm im Nationalpark Tierra del Fuego. Ohne natürliche Feinde sind die Biber hierzulande eine echte Plage und eine große Gefahr fürs Ökosystem, wie man auf diesem Bild unschwer erkennen kann

 

Der Abstecher ans Ende der Welt zum Ende unserer 3 monatigen Südamerikareise hat sich definitiv gelohnt und die Reise vollständig gemacht. Das rauhe Klima gibt der Landschaft einen ganz speziellen und interessanten Charakter. Und den Besuch bei den Pinguinen wird uns auch in vielen Jahren noch ein Lächeln auf die Lippen zaubern!

 

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