Unser dritter Tag auf der Steinbocktour startet gemütlich. Es geht von der Mindelheimer Hütte erst mal 400 Höhenmeter bergab zum Haldenwanger Bach. Kurz nach der Hütte begegnen wir den ersten Kühen des Tages, die genüsslich auf ihrem Frühstücksgras herumkauen.

Zwiegespräch mit Kuh

Zwiegespräch mit Kuh

Doch so gemütlich kann es natürlich nicht den ganzen Tag weitergehen. Es folgt der Aufstieg zum Schrofenpass. Auf schmalem Steig, teils seilversichert und teils über Metallbrücken zieht sich der Weg nach oben.

Am Schrofenpass

Am Schrofenpass

Für Wanderer zu Fuß gut zu bewältigen, stelle ich mir den Pass für die Biker, die in Begleitung ihres Drahtesels hier lang kommen, recht schwierig vor.

Brücke am Schrofenpass

Brücke am Schrofenpass

Als wir den Pass erklommen haben, geht es erst mal wieder etwas gemächlicher weiter. Wir queren die Flanke unterhalb des Biberkopfs. Wer erfahrener Berggänger ist und es gerne etwas würziger hat, kann in die Etappe auch die Besteigung des Biberkopfs einbauen. Uns reicht fürs Erste der Normalweg.

Abstieg in den Mutzentobel

Abstieg in den Mutzentobel

Bald erreichen wir die nächste markante Stelle – der Mutzentobel will durchstiegen werden. Es geht steil bergab in den Tobel hinein. Im Tobel halten sich auch Mitte August noch einige Schneereste hartnäckig. Auch wir finden gefallen an der angenehmen Kühle und legen ein Päusle ein, bevor wir auf der gegenüberliegenden Seite wieder aus dem Tobel steigen.

Rast im Mutzentobel

Rast im Mutzentobel

Es folgt ein gemütlicher Bummel über weite Weideflächen – vorbei an der Schafalpe, bei der man sich mit einem frischen Glas Milch stärken kann. Auf der anderen Talseite können wir einen Blick zurück werfen auf den Weg, den wir in den letzten Tagen zurückgelegt haben.

Auf der Schafalpe

Auf der Schafalpe

Das letzte Stück zur Rappenseehütte ist noch einmal richtig fies. Es gilt einige Höhenmeter nach oben zu überwinden, bevor wir uns bei einem wohlverdienten Radler auf der Hüttenterrasse niederlassen dürfen. In vielen Kehren windet sich der Weg nach oben. Der Aufstieg fühlt sich in der sengenden Sommerhitze schier endlos an. Und so ist die Erleichterung auf allen Seiten groß als endlich die Hütte vor uns liegt.

Letzter Aufstieg zur Rappenseehütte

Letzter Aufstieg zur Rappenseehütte

Beim Einchecken erleben wir eine schöne Überraschung – statt im Lager dürfen wir in einem Zimmer ganz für uns alleine nächtigen. Normalerweise platzt die Rappenseehütte bei Schönwetter im Hochsommer aus allen Nähten wegen des Andrangs auf den Heilbronner Weg. Doch die Hütte war vor unserer Ankunft nach einem Ausbruch von Brechdurchfall für 2 Wochen gesperrt und der Betrieb ist gerade erst wieder am Anlaufen. Des einen Leid ist des anderen Freud – wir genießen es, dass wir nicht auf die erwarteten Menschenmassen treffen.

Eine letzte Herausforderung wartet am Abend auf uns. Wir wollen in den 16°C kalten Rappensee einispringen. Ein Vollbad und eine Runde Schwimmen können nach der vielen Wanderei nicht schaden. Und so stürzen wir uns mutig in die Fluten. Zugegebenermaßen fühlt sich das Wasser kälter als gedacht an – doch der Gruppenzwang treibt am Ende alle ins Wasser. Und nach dem Bad fühlt man sich wunderbar erfrischt. Nun kann er kommen, der Höhepunkt der Steinbocktour, der Heilbronner Weg.

Und vielleicht haben wir Glück uns sehen morgen endlich unsere ersten echten Steinböcke in freier Wildbahn. Denn was wäre schon eine Steinbocktour ohne Steinbock?

 

 

Detaillierte Informationen zur Steinbocktour – alle Etappen – alle Hütten – Bergschulen, die die Tour geführt anbieten findet ihr unter www.steinbock-tour.de