Die Überschreitung vom Monte Tamaro zum Monte Lema ist einer der Wanderklassiker im Tessin. Und: die Wanderung eignet sich hervorragend für den Herbst, denn die sonnigen Höhen bleiben meist lange schneefrei.

Anfahrt und Rückkehr zum Monte Tamaro

Das Abenteuer startet gemütlich mit einer Gondelfahrt zur Alpe Foppa. Wer am Abend wieder zum Ausgangspunkt zurück muss, weil er wie wir das Auto an der Talstation in Rivera geparkt hat, kauft sich am besten das Kombiticket Lema – Tamaro. Es enthält die Bergfahrt zur Alpe Foppa, die Talfahrt vom Monte Lema und den Shuttlebus zurück nach Rivera. 

Fahrt zur Alpe Foppa. Heute in Begleitung von Xaver :)
Fahrt zur Alpe Foppa. Heute in Begleitung von Xaver 🙂

Aufstieg zum Monte Tamaro

Auf der Alpe Foppa gibt es für hungrige gleich die erste Einkehrmöglichkeit. Wir sind nicht so verfressen und genießen das sonnige Panorama. Die Herbstsonne und das bräunlich verfärbte Gras tauchen die Landschaft in besonders warme Farben.

Monte Tamaro
Herrliche Wolkenschwaden in der Ferne

Doch mit der Sonne ist es bald für eine Weile vorbei, denn der Aufstieg in Richtung Monte Tamaro erfolgt durch die schattige Nordostflanke. Mitte Oktober herrschen am frühen Morgen ganz schön frostige Temperaturen. Das Tempo wird angezogen. Vielleicht wäre es nicht verkehrt gewesen, Handschuhe und Mütze einzupacken…

Herbst am Monte Tamaro
Herbst am Monte Tamaro

Nach einer Weile erreichen wir die Capanna Tamaro. Leider ist es noch zu früh zum Einkehren, denn die Hütte ist wirklich einladend. Bunte Bilder stehen rings um das Haus und die Speisekarte tönt verführerisch. Polenta mit allerlei Soßen – mmmh, lecker!

Bei der Capanna Tamaro waren Künstler am Werk - jede Menge Basteleien und bunte Bilder säumen die Hütte
Bei der Capanna Tamaro waren Künstler am Werk – jede Menge Basteleien und bunte Bilder säumen die Hütte

Unweit der Hütte können wir wieder aus dem Schatten treten und uns auftauen. 

Nach viel Schatten endlich wieder die warme Sonne
Nach viel Schatten endlich wieder die warme Sonne

Kurz vor dem Monte Tamaro weist ein Schild darauf hin, dass Hunde nicht frei laufen gelassen werden dürfen. Xaver passt das gar nicht, aber es hilft nix – er muss an die Leine. 

Hunde müssen an die Leine - auch Xaver!
Hunde müssen an die Leine – auch Xaver!

Schon bald zeigt sich, warum hier Leinenzwang herrscht – der Monte Tamaro (1961 m) ist von einer Herde Ziegen bevölkert. Sie begrüßen uns mit großem Gemecker, sind aber ansonsten zum Glück nicht so aufdringlich wie ihre Artgenossen, die wir aus dem Streichelzoo kennen. Wir können uns getrost am Gipfel niederlassen und gefahrlos unser Vesper auspacken. 

Auf dem Monte Tamaro stehen die Gipfelziegen zur Begrüßung Spalier.
Auf dem Monte Tamaro stehen die Gipfelziegen zur Begrüßung Spalier.

Die Sicht reicht bis ins Wallis. Mit guten Augen (und ohne Wolken) kann man laut unserer Gipfelapp sogar das Matterhorn sehen.

Jede Menge Steinmannl - der Gipfel des Monte Tamaro ist nicht zu verfehlen
Jede Menge Steinmannl – der Gipfel des Monte Tamaro ist nicht zu verfehlen

Höhenweg über den Monte Gradiccioli

Es folgt ein Abstieg in den Sattel Bassa di Indemini. Die verlorenen Höhenmeter steigen wir aber gleich wieder hinauf auf den zweiten Gipfel des Tages – den Monte Gradiccioli (1935 m). Als wir oben sind hat sich die Sonne leider gerade verzogen, so dass wir uns nicht besonders lange aufhalten, denn ohne wärmende Sonnenstrahlen wird es recht schnell frisch, wenn man sich nicht bewegt. 

Ein massives Granitkreuz schmückt den zweiten Gipfel des Tages - den Monte Gradiccioli
Ein massives Granitkreuz schmückt den zweiten Gipfel des Tages – den Monte Gradiccioli

Kaum haben wir den Gipfel verlassen, blitzt die Sonne wieder hinter den Wolken hervor. So eine Frechheit!

Weiter zum Monte Lema

Es geht nun – wieder in der Sonne – immer am Kamm entlang zum Monte Lema. Bei der Alpe Agario weiden zahlreiche Hochlandrinder. Auch einige Jungtiere sind dabei. So niedlich die Kleinen sind – streicheln sollte man sie lieber nicht, denn Mutterkühe können sehr aggressiv werden, wenn es um die Verteidigung ihrer Jungen geht. Und mit den großen Hörnern will man lieber keine Bekanntschaft machen. Für durstige Wandergesellen gibt es an der Alpe Getränke (Selbstbedienung). Unterwegs stehen übrigens öfter mal kleine Häuschen, in denen es Getränke in Selbstbedienung gibt. Dass man ehrlich ist und alles bezahlt, was man konsumiert, versteht sich von selbst. Der tolle Service soll schließlich auch für nachfolgende Wanderer noch angeboten werden.

Auf der Alpe Agario sieht man, dass es kalt ist. Kleine Dampfwölkchen puffen aus den Nüstern der schottischen Hochlandrinder.
Auf der Alpe Agario sieht man, dass es kalt ist. Kleine Dampfwölkchen puffen aus den Nüstern der schottischen Hochlandrinder.
Die Hochlandrinder haben noch was zu fressen
Die Hochlandrinder haben noch was zu fressen
Über einen langen Bergrücken geht es durch die Herbstsonne dem Monte Lema entgegen
Über einen langen Bergrücken geht es durch die Herbstsonne dem Monte Lema entgegen

Der Bergrücken ist breit und nicht besonders anspruchsvoll. Lediglich eine kurze Stelle ist etwas schmaler und es gibt einmal kurz ein Geländer. 

Herbst wie wir ihn lieben
Immer wieder gibt es sehr schöne Tiefblicke zu bewundern
Einsamer Baum auf Bergrücken
Warme Farben, tolle Woken: Herbstwandern kann was!

Nach ungefähr 6,5 Stunden (inkl. Pausen) erreichen wir den Monte Lema (1550 m). Ein meterhohes Riesenkreuz ragt in die Landschaft. Viel Zeit bleibt uns nicht zum Verweilen, denn mit der nächsten Gondel müssen wir nach unten, damit wir den Shuttlebus erwischen.

Die Bergstation samt Sternwarte
Die Bergstation samt Sternwarte
Monte Lema
Ein überdimensionales Gipfelkreuz schmückt den Monte Lema

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