Tobi

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Der Autor dieses Artikels

Hallo! Ich bin Tobi, dein Experte für abenteuerliche Herausforderungen. Bei 3000ern, Klettersteigen oder Hochtouren geht mein Herz auf! Ich zeige euch spannende und natürlich sichere Unternehmungen.




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Endlich ist es soweit: langes Wochenende, gutes Wetter und Fahrt in den Süden: bis ins Trentino, im nördlichen Italien. Die Zeit ist gekommen, unser neues Zelt auszuprobieren. Nach der erfolgreichen Beta-Testphase auf unserem Balkon darf nun richtig, in echter Natur gezeltet werden.

Toureninfo

Start:

Ziel:

Dauer:

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Aufstieg:

Abstieg:

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Der Aufstieg zum Monte Berlinghera

Dazu geht es an den Comer See bis zum Städchen Gera. Dann steil hinauf auf einer typisch italienischen, abenteuerlichen Bergstraße, die uns zu einer Art Parkplatz in San Bartolomeo führt. Dort stellen wir das Auto unter Bäumen ab und schnappen uns unsere ungewohnt schweren Rucksäcke – jetzt zusätzlich mit Zelt, Isomatten und Schlafsäcke bestückt.

Es geht nun durch den Wald stets aufwärts, vorbei an mehreren idyllisch gelegenen Weilern. Die Hütten hier haben einen wunderschönen Blick auf den Comer See. Ein paar ältere Leutchen sind gerade dabei ihr Grundstück zu pflegen – bestimmt um es für die nächste Grillparty fit zu machen. Wir laufen aber weiter.

San Bartolomeo
Alter Weiler in der Nähe von San Bartolomeo

Der Weg ist etwas spärlich beschrieben. Kaum ein Schild, nur ab und zu ein Zeichen an einem Baum oder Felsbrocken. Schon bald stehen wir an einer Gabelung und wir sehen keine weiteren Markierungen mehr. Unser Instinkt schickt uns nach rechts, als nuff. Glücklicherweise hat sich das als richtig heraus gestellt, denn eine knappe halbe Stunde später kommen wir an der Alpe di Mezzo an.

Sie liegt knapp über der Waldgrenze an den Hängen zweier Berge – einer davon, der orographisch linke, ist unser Ziel. Doch ehe es weiter geht, füllen wir nochmal unsere Wasservorräte auf. Ein Brunnen plätschert nämlich einladend neben einem Picknickplatz direkt am Weg.

Alpe di Mezzo
Die Alpe di Mezzo schmiegt sich an den Berg an und hat einen tollen Blick auf den Comer See

Gut präpariert geht es nun an den Schlussanstieg. Dazu biegen wir von der Straße rechts ab und folgen dem Wanderweg hoch zum pittoresk gelegenen Riesenstrommast (nicht wirklich). An der Schulter angekommen, entdecken wir eine ziemlich große Freifläche – ideal zum Zelten, wird gemerkt. Doch zuerst wollen wir den Gipfel erklimmen. Der Weg ist recht leicht und trotz der schweren Rucksäcke stehen wir schon bald ganz oben auf dem Monte Berlinghera.

Die Nacht am Gipfel

In den 60er Jahren wurde hier eine kleine Kapelle gebaut. Doch leider hat sie die Zeit nicht überstanden. Ein paar Meter verstreut sieht man lauter Bauteile davon – nur noch die Grundmauern sind erhalten geblieben und eine Wand mit ein paar Gedenktafeln. Jetzt quartieren sich die Ziegen hier oben wohl manchmal ein – die Köttel deuten jedenfalls darauf hin. Das ist auch das Einzige ihrer Präsenz, denn wir sind ganz allein am Berg. Mittlerweile ist es auch schon nach 19 Uhr und die Sonne fängt langsam an unterzugehen.

Sonnenuntergang Alpe di Mezzo
Sonnenuntergang Alpe di Mezzo

Was machen? Das Zelt unten auf der breiten Schulter aufstellen? Oder doch hier inmitten der Ziegenscheiße? Da wir eine Unterlegmatte haben und unser Zelt nach Osten ausrichten können, haben wir die träumerische Idee, vom Sonnenaufgang idyllisch per Nasenkitzler geweckt zu werden. Also: es riecht ja kaum, Zelt kann aufgebaut werden. Da wir das schon viel geübt haben, geht das ratz-fatz und keine 5 Minuten später räumen wir unsere Siebensachen ein.

Die Sonnenuntergangsstunde ist super schön. Wir verputzen etwas Nahrung und haben das beste Fernsehprogramm dazu, was man sich nur vorstellen kann. Wir können jeden empfehlen, sich einen Sonnenuntergang in den Bergen mal live anzusehen. Besser geht fast nicht!

Sonnenuntergang vom Monte Berlinghera
Sonnenuntergang vom Monte Berlinghera aus

Nachdem uns die Sonnenstrahlen nun nicht mehr erreichen, wird es recht frisch und wir verkrümeln uns ziemlich schnell in unsere Schlafsäcke. Kurz ausgerechnet: in der Nacht im Tal soll es etwa 15 Grad haben, wir sind auf ca. 1900 Meter. Pro 100 Meter grob 1 Grad weniger: es wird kalt! Zum Glück haben wir unsere Skiunterwäsche dabei, da unsere Schlafsäcke nur eine Komforttemperatur von 9 Grad haben. Trotzdem kein Komfort angesagt diese Nacht…

Durch Kuscheln können wir dann doch noch ein paar Grad mehr rausholen, so dass wir dem Kältetod nochmal von der Schippe springen. Leider begrüßt uns nicht die Sonne mit ihrer wohligen Wärme, sondern Wolken sind aufgezogen. War wohl nix mit dem traumhaften Sonnenaufgang von der Zelttür aus. Müssen wir auf ein andermal verschieben.

Dann der Skandal: beim Zusammenräumen entdecken wir eine Zecke!!! Erst dachten wir, dass wir sie von unserer Rast am Brunnen mitgebracht haben. Doch als wir eine zweite entdecken schwant es uns: die Ziegen haben die unliebsamen Tierchen bis auf den Gipfel geschleppt. Zecken auf fast 2000 Meter, unglaublich! Wir suchen alles an uns ab und finden glücklicherweise keine mehr. Da sind wir nochmal mit dem Schrecken davongekommen.

Trotz der kalten Nacht und den Zecken am Morgen war unsere erste Zeltnacht richtig super. Das wird auf jeden Fall wiederholt!

Wie war Eure erste Zeltnacht in freier Natur?

Sonnenaufgang am Monte Berlinghera
Sonnenaufgang am Monte Berlinghera

Hinweis: eine Nacht unter freiem Himmel ist eine tolle Sache! Damit die Umwelt bei deinem Abenteuer keinen Schaden nimmt, gibt es allerdings einiges zu beachten. Die Alpenvereine haben jeweils Broschüren für das Übernachten in der Bergwelt erstellt:

Damit auch viele andere Naturliebhaber nach dir noch Spaß in den Bergen haben, halte dich an die entsprechenden Regeln und verschwinde am nächsten Morgen genauso laut- und spurlos wie du am Abend erschienen bist.

Weitere Tipps, was man unbedingt bei einer Übernachtung in der freien Natur beachten sollte, gibt Sven auf seinem Blog aufundab.eu.