Feste Seife – ein Relikt aus Omas Zeiten?

Ich gebe zu, das herkömmliche Seifenstück erinnerte mich lange Zeit an Omas Badezimmer. Ständig flutschte einem das kleine Ding aus der Hand und die Seifenablage war nach kurzer Zeit voller weichgewordenem Schmodder. In meiner Kindheit (schon eine Weile her…) kamen dann so langsam die flüssigen Duschgels in Plastikflaschen auf. Welch ein Luxus, sich den wohlriechenden Schaum einfach aus einer kleinen Plastikflasche direkt auf die Hand zu drücken. Was hinterher mit der Plastikflasche passiert, interessierte mich – wie die meisten – wenig. Ab in den Müll damit. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und schnell ein neues buntes Fläschchen aus dem Drogeriemarkt geholt. Am liebsten mit schönen Glitzerpartikeln oder Peelingkügelchen drin.

Umstieg von Duschgel auf Seife – vielfältige Gründe

Seife statt Duschgel – Minimalismus

Jahrelang haben PapaMufflon und ich uns keine Gedanken um unser Verhalten im Badezimmer gemacht. Und der initiale Grund für den Wechsel zu fester Seife war für uns ehrlich gesagt nicht mal der Umweltgedanke, sondern unser Faible für Minimalismus.

Wir waren auf der Suche nach kleineren Alternativen für Duschgel, Handwaschzeug, Shampoo und wollten idealerweise ein einziges Produkt, das alles ersetzt. Dabei sind wir auf feste Seifen gestossen. Wie es der Zufall wollte hat uns just zu diesem Zeitpunkt meine Cousine zwei wunderbare selbstgemachte Seifenstücke geschenkt, so dass einem ersten Experiment nichts im Weg stand.

Jetzt mussten wir nur noch geduldig warten, bis die angebrochene Duschgelflasche aufgebraucht war. Endlich war es soweit: Tag 1 der Nachduschgel-Ära. Und wir waren überrascht – die Seife war weder glitschig, noch hat sie die Seifenablage unserer Dusche versifft. Und das gewohnte Ich-bin-schön-sauber-Gefühl nach dem Duschen hatten wir auch. Wir waren sofort überzeugt, dass uns ab sofort keine Plastikflaschen mehr ins Badezimmer kommen.

Und so haben wir nun ein einziges kleines Seifenstück, das wir sowohl zum Duschen als auch zum Hände waschen nehmen. Auch zum Rasieren darf das gute Stück herhalten – zumindest bei BabyMufflons grazilen Beinchen. Was die Haare angeht, haben wir uns letztendlich für Roggenmehl als Shampooersatz entschieden.

Seife statt Duschgel – Plastikmüll vermeiden

Auch wenn Minimalismus für dich keine Rolle spielt, Plastikmüll ist ein grosses Thema, das uns alle angeht. Duschgel ist flüssig und muss daher mit einer festen Verpackung versehen werden. Letzendlich enthält es jede Menge Wasser, das wir teuer kaufen und das unnötig durch die Gegend transportiert wird. Das können wir uns und der Umwelt ersparen.

Nicht nur die offensichtliche Umverpackung aus Plastik ist problematisch. Viele Duschgele enthalten Glitzerpartikel, Peelingkügelchen oder ähnliches, das nach dem Duschen als Mikroplastik im Gewässer landet. Die Teilchen sind so winzig klein, dass Kläranlagen sie nicht vollständig herausfiltern können.

Der Umstieg auf feste Seife kann ein erster kleiner Schritt in Richtung plastikfreieres Leben sein. Denn sie hat den grossen Vorteil, dass sie unverpackt gekauft und transportiert werden kann. Im Drogeriemarkt sind die Seifen leider oft in einem kleinen Umkarton oder sogar zusätzlich in Plastik eingeschweisst. Auf vielen Märkten oder in Unverpacktläden gibt es Naturseifen vollkommen ohne unnötiges Drumherum.

Seifenstück ist nicht gleich Seifenstück: Am besten eine Naturseife

Die Verpackung ist nicht der einzige Grund, nicht das erstbeste Seifenstück aus dem Supermarkt zu kaufen, sondern sich für eine Naturseife zu entscheiden. Eine Naturseife ist aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und damit fast vollständig biologisch abbaubar. Industriell hergestellte Seifen enthalten, ebenso wie Duschgel, häufig chemische Zusatzstoffe, die Allergien auslösen können. Sowie Palmöl, das zur Zerstörung der Regenwälder beiträgt. Es ist also eine Überlegung wert, ein bisschen mehr Geld auszugeben und zu einer Naturseife zu greifen.

Auch der Preis wird häufig als Argument für den Wechsel auf Seifenstücke genannt. Da gerade Naturseifen nicht gerade günstig sind, sind wir davon nicht wirklich überzeugt. Klar ist ein Seifenstück sehr ergiebig, aber eine Flasche Duschgel hat bei uns auch über viele Wochen gereicht, da wir immer nur einen kleinen Klecks verwendet haben.

Unser Fazit nach den ersten ’seifigen‘ Wochen: Wir sind happy mit unserem Seifenstück und werden dabei bleiben. Bye Bye Duschgel *winkewinke*! Ein paar weitere Experimente in Sachen ‚Minimalismus und Nachhaltigkeit im Badezimmer‘ haben wir parallel laufen. So die Umstellung von Shampoo auf Roggenmehl und das Verwenden von Natron anstatt herkömmlichen Deo. Artikel über unsere Erfahrungen damit werden folgen. Wir sind zwar eigentlich ein Wanderblog, finden aber, dass die Themen Natur, Umwelt und deren Schutz super dazu passen.

Was ich schon länger im Gebrauch habe, ist meine Menstruationstasse. Mittlerweile sind diese Teile schon recht bekannt. Als ich sie vor über 10 Jahren gekauft habe, kannte sie fast noch niemand. Nachhaltigkeit war damals noch kein massentaugliches Thema.

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