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Neulich in „unserem“ Bächli Bergsportladen lag der Flyer für das Winterbergfestival aus: 3 Tage Schneespaß auf der Mettmenalp. Angeboten wurden Ski- und Schneeschuhtouren rund um den Garichti Stausee. Da es einen Monat vorher noch freie Plätze hatte, habe ich mich angemeldet. Nach der Entrichtung der 295 Franken Teilnahmegebühr hat es nicht mehr lange gedauert, bis die Anreise mit dem Zug losging.

Die Anreise zum Winterbergfestival

Freitag Abends nach der Arbeit schnappe ich mir meinen Rucksack und treffe alsbald am Bahnhof in Schwanden ein. Dort treffe ich auf das freundliche Empfangskomitee, von dem jeder Teilnehmer gleich einen heißen Punsch in die Hand gedrückt bekommt. Eine willkommene Überbrückung, bis der Transferbus zur Seilbahn eintrifft. Ausserdem bekomme ich noch mein persönliches, reichhaltiges Programm im handlichen Scheckkartenformat; so weiss man immer, wann man wo hin muss! Es dauert nicht lange, dann kommt auch schon der Bus, der uns fluchs zur Talstation bringt. Nach einer stockdunklen Gondelfahrt, die ein Beobachten der Sterne möglich macht, treffen wir im Hotel ein.

Blick ins Niederental vom Bächli Winterbergfestival Basecamp aus
Blick zurück ins Niederental vom Berghotel Mettmen

Bevor es jedoch in den Speisesaal geht, hole ich mein Lawinen-Set-Täschchen und die Schneeschuhe bei der Mietstation ab. Denn im Preis ist das Mietmaterial inklusive. Da ich nicht schwer bepackt anreisen wollte, nutze ich die Gelegenheit und probiere ein anderes Schneeschuhmodell als meine Tubbs Flex aus. Ich bin gespannt, wie sich die MSR Revo Ascent machen werden. Danach geht es zum Abendessen. Ich bin mit 59 anderen Teilnehmern im Berghotel Mettmen, welches gerade mal zwei Jahre alt ist, untergebracht. Es gibt ein leckeres Dreigangmenü. Salat, Geschnetzeltes und Vanilleeis als Nachtisch – recht fein 🙂 Gleich im Anschluss erwarten uns spannende Vorträge von den Seven Summits und einer Skitour quer durch die Alpen. Gegen elf geht ein langer Tag zu Ende und das weiche Doppelstockbett in meinem 6er-Zimmer kommt mir sehr gelegen 😉

Die erste Tour auf der Mettmenalp

Am Samstag steht als erstes das Frühstücksbüffet auf dem Programm des Bächli Winterbergfestivals – schon wieder Essen :). Es gibt alles, was das Schneesportlerherz begehrt: Brötchen mit Marmelade oder Wurst, Birchermüsli, Säfte, Eier, Gipfeli, gekochter Schinken, Früchte, und, und, und. Schade, dass ich eher ein schlichter Esser am Morgen bin. Ich begnüge mich mit Müsli und einem Gipfeli. Denn mit vollem Magen lässt es sich schlecht wandern. Schneeschuhwandern um genau zu sein. Ich habe mich in der fortgeschrittenen Gruppe eingetragen, es gäbe auch noch eine Anfängergruppe. Punkt 8 Uhr geht es los.

Eisfischer auf dem Garichti Stausee
Eisfischer auf dem Garichti Stausee

Die Lawinen- und Schneesituation ist prächtig: nachdem es vor ein paar Tagen gut geschneit hat, konnte sich der Neuschnee etwas setzen, so dass wir es mit Lawinengefahrenstufe zwei und tollem Pulverschnee zu tun haben werden. Wir laufen also hoch zum Garichti Stausee, wo schon die ersten Eisfischer ihr Löchlein gebohrt haben. Am Ende des Tages werden sie nicht so viel gefangen haben – der Fön sei Schuld gewesen. Da lobe ich mir lieber Aktivität: der Bergführer kontrolliert der Reihe nach, ob er uns anhand der LVS-Geräte orten kann. Nachdem jeder gefunden wurde, geht es richtig los. Schon bald nach der Staumauer biegen wir links in einen Hang Richtung Hohberg ab. Wir befinden uns nun inmitten des Freiberg Kärpf, dem ältesten Wildtierschutzgebiet Europas. Unser Bergführer ist darauf bedacht, potentiellen Tierunterschlüpfen nicht zu nahe zu kommen und trotzdem eine Route zu wählen, die Lawinensicher ist.

Bächli Winterbergfestival: Schneeschuhtour in Richtung Hohberg
Die Gruppe bewegt sich in Richtung Hohberg am Klettergarten vorbei

Wir kommen gut vorran und erreichen schon bald eine Wildtierbeobachtungsstation auf einer Aussichtskanzel. Ein paar Gämsen lassen sich sogar in der Ferne beobachten. Nach einer kurzen Pause geht es weiter als nuff Richtung Hohberg. Wir sind eine super Gruppe und schnell unterwegs. Hinter uns sind andere Bächli-Gruppen vom Winterbergfestival. Wir spuren quasi den Skitourengehern ihren Aufstieg an. Gern geschehen.

Skitourengeher zum Hohberg
Die Skitoürler hinter uns

Auf einmal wittert unser Bergführer ein paar Gämsen einige Meter über uns. Um sie nicht weiter zu stören, queren wir nicht wie geplant den Hang horizontal, sondern steigen etwas ab, um an anderer Stelle wieder aufzusteigen. Die Gämsen werden’s uns bestimmt danken 🙂 Schon bald erreichen wir eine Schulter zwischen Hohberg und Charenstock. Mittlerweile ist die Sonne rausgekommen und lässt die schneebedeckten Berge doppelt so schön aussehen – herrlich! Leider reicht unsere Zeit nicht mehr ganz, um bis auf den Hohberg zu kommen. So begnügen wir uns mit einem hohen Punkt zwischen beiden Bergspitzen und definieren das als unser Gipfelziel des heutigen Tages.

Blick zum Charenstock
Blick zum Charenstock auf der Schulter zun Hohberg

Nach einer weiteren Rast machen wir uns auf den Abstieg. Der frische Tiefschnee macht mit Schneeschuhen fast genau so viel Spaß wie mit Tourenski: steile Hänge fast schon runterrennen, manche sogar etwas schlittern, ist eine feine Sache. Der lockere Pulverschnee ist ein guter Dämpfer für die Knie, so dass wir ungehemmt absteigen, manchmal auch runterkugeln können. Um den hinter uns aufgestiegenen Skitourengehern den Spaß, beziehungsweise den Tiefschnee nicht ganz zu versalzen, beschränken wir uns auf einen schmalen Korridor den wir nutzen. Wir sind ja sozial und wollen uns mit den anderen vertragen 😉 In Null komma Nichts sind wir wieder im Hotel, quasi zeitgleich mit den Skitoürlern, die uns noch einholen konnten. Wir werden mit dem Mittagessen vom Bächli Bergsport-Team begrüsst: Älplermakronen. Genau das Richtige für hungrige Outdoorer.

Fotoworkshop auf der Garichti Hochebene

Am Nachmittag steht meine zweite Aktivität vom Bächli Winterbergfestival an: ein Fotoworkshop mit Urs, der u.a. für La Sportiva Outdoorshootings macht. Nach kurzer Vorstellungsrunde schnappen wir uns wieder unsere Schneeschuhe und laufen am Stausee vorbei auf die Garichti Hochebene, die auf dem Weg zur Leglerhütte liegt. Hier erwarten uns jede Menge Naturschnipsel als Model. Da leider das Wetter etwas verhangen ist, eher im Nahbereich als imposante Bergaufnahmen. Es gilt, einen unscheinbaren Baum gekonnt in Szene zu setzen, beschneite Steine im Wasser abzulichten, Linien in einem Flußlauf zu entdecken und Schneeschuhen eine andere Perspektive zu verleihen. Dabei fließen gute Tipps für Einstellungen und Handhabung vom Guide ein. Mit dem Burst-Modus meiner Kamera mache ich hierbei erste Erfahrungen. Etwas, mit dem ich mich in Zukunft noch genauer auseinandersetzen werde.

Garichti Hochebene
Alle Marsch zu den Fotospots!

Ein bisschen durchgefroren machen wir uns nach ein paar Stunden wieder zurück zum Bächli-Basecamp, wo uns schon bald ein leckeres Abendessen erwartet: erst ein vitaminreicher Salad und als Krönung ein Käsefondue mit Zieger als Dip. Das I-Tüpfelchen ist dann noch eine Karamellcreme als Nachtisch. So gestärkt bekommen wir wieder zwei Vorträge zu hören. Einmal die Besteigung des K2, danach Passion Eiger von Roger Schäli, der von seinen diversen Besteigungen der Eiger Nordwand berichtet. Darunter auch eine eigene Route, die er erst nach einem langen Leidensweg und ausgeglichenem Geist rotpunkt durchsteigen konnte. Sehr eindrucksvoll.

Fotoworkshop auf der Garichti Hochebene
Fotospot auf der Garichti Hochebene

Schneeschuhtour in Richtung Leglerhütte

Am Sonntag steht meine zweite Schneeschuhtour an. Leider scheint der Guide nicht sehr motiviert. Er informiert sich kurz vor dem Start bei einem anderen Bergführer, welche Route er denn machen könnte und bekommt dann die Leglerhütte als Antwort. Gesagt, getan geht es auch hier wieder nach vollbrachtem LVS-Test los. Wie schon am Tag zuvor beim Fotoworkshop auf die Garichti Hochebene und weiter einen Hügel hinauf. Hier weht ein starker Föhnwind, der schon die ganze Nacht durchgeweht hat. Deswegen haben wir leider auch Lawinenstufe drei. Der Schnee wurde gefährlich verfrachtet. Bald schon erreichen wir eine Höhle, in der wir eine kleine Rast machen. Ein paar Minuten ohne Wind ist sehr angenehm.

Bächli Winterbergfestival: Pause unter der Kärpfbrücke
Windstille Pause in einer Höhle

Bei der Höhle handelt es sich um die Kärpfbrücke, gar keine Höhle. Wenn man sie nämlich genau inspiziert, stellt man fest, dass man nach circa 100 Meter am anderen Ende wieder ins Freie gelangt. Das tun wir nach der Pause auch. An langen Eiszapfen und über spiegelglatten Eis geht es unter der Brücke hindurch. Es folgen weitere Aufstiege bis wir Punkt zehn, nach zwei Stunden, mitten auf einer unscheinbaren Ebene umdrehen. Zur Leglerhütte wäre es noch eine Stunde und theoretisch für uns erreichbar, bevor wir um 12:30 Uhr beim Mittagessen im Berghotel Mettmen eintreffen müssten. Doch unser Bergführer hat andere Pläne. Darauf angesprochen, dass wir so ja gegen elf Uhr wieder zurück seien, meinte er, dass man nie wissen könne, was noch dazwischen kommen könnte.

Höhle unter der Kärpfbrücke
Die Kärpfbrücke mit Eiszapfen

Natürlich kommt auf dieser überschaubaren Wanderung nichts dazwischen und wir trudeln um fünf nach elf im Hotel ein. Yay, anderthalb Stunden frei! Was könnte man mit der Zeit wohl anfangen? Schneeschuhlaufen zum Beispiel… mpf :/

Fazit zum Bächli Winterbergfestival

Nach dem Mittagessen geht das offizielle Programm zu Ende. Bis auf die letzte Tour war das, was Bächli hier veranstaltet hat, richtig gut. Das Hotel ist erstklassig und das volle Programm kurzweilig. Vielleicht wäre es besser, die Vormittagsaktivität jeweils länger bis über den Mittag zu machen. Dafür ein Sandwich als Mittagessen mitzugeben und so auf den Plastikabfall zu verzichten. Das ist aber schon Jammern auf hohem Niveau. Ich bin gespannt, wo Bächli das Festival nächstes Jahr durchführen wird.

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