Der Aletsch Panoramaweg führt von der Fiescheralp vorbei am Märjelensee. Von dort geht es wie auf einem Balkon stets an den Berghängen über dem Aletschgletscher entlang. Am Ende der Wanderung kann man auf dem Bettmerhorn das UNESCO Welterbe Aletschgletscher von oben bewundern. Eine Wanderung der Extraklasse – leider mit Ablaufdatum.

Was wäre die Schweiz ohne Gletscher? Sie gehören zum Bild wie Kühe, Käse und Schokolade. Leider nimmt der Klimawandel darauf keine Rücksicht und so verlieren auch die Schweizer Gletscher jedes Jahr an Eis. Darum wollten wir einen Besuch am Aletschgletscher nicht auf die lange Bank schieben und sind an einem schönen Sommertag nach Fiesch gefahren. Die Gondelfahrt auf die Fiescheralp ist für Inhaber des Generalabonnements kostenfrei.

Aletsch Panoramaweg
Vor dem Gang durch den Tällitunnel ist die Landschaft noch durch recht viel grün geprägt

Aletsch Panorama – ein Gletscher, zwei Panoramawege

Auf der Fiescheralp angekommen, wenden wir uns nach rechts, stets der Beschilderung ‚Märjelensee via Tunnel‘ folgend. PapaMufflon biegt nach einem kurzem gemeinsamen Spaziergang ab in Richtung Eggishorn. Denn er hat sich für die alpine Variante über den UNESCO Höhenweg entschieden, der vom Eggishorn zum Bettmerhorn führt. Unsere Wege treffen sich an der Bergstation der Bettmerhornbahn. Ideal für Familien oder Wandergruppen, in denen verschiedene Interessen aufeinander treffen. So können die einen eine eher sportlich-alpine Wanderung machen, die anderen lassen es etwas gemütlicher angehen und wandern auf dem Aletsch Panoramaweg eine Etage tiefer. Die Aussicht auf den Aletschgletscher ist bei beiden Varianten gleichermassen grandios.

Aletsch Panoramaweg
Ein erster Gletscherblick vor dem Tälligrattunnel

Einwandern auf der Fiescheralp

Der erste Teil der Wanderung ist ein gemütlicher Bummel auf breitem Weg, der auch gerne von Mountainbikefahrern genutzt wird. Der Übergang in die Gletscherwelt geschieht durch den Tälligrattunnel. Der Tunnel wurde ursprünglich als Stollen für die Wasserversorgung der Aletschregion gebaut und wird mittlerweile als Wanderweg genutzt. Er ist beleuchtet. Trotzdem ist es kein Fehler, eine Taschen- oder Stirnlampe dabei zu haben. Die Abstände zwischen den angebrachten Lichtern sind teilweise recht gross. Ohne meine Stirnlampe wäre ich sicherlich in das eine oder andere Wasserloch getappt.

Aletsch Panoramaweg
Ca. einen Kilometer führt der Tälligrattunnel unter dem Tälligrat hindurch

Märjelensee und Gletscherstube

Aletsch Panoramaweg
Der Märjelen-Vordersee. Die Zeiten, in denen aus dem Hintersee Eiswände emporragten und Eisschollen umherschwammen, sind leider vorbei

Jenseits des Tunnels empfängt einen zur Rechten der Märjelen-Vordersee, zur Linken tauchen wir ein in eine Welt aus Fels und Eis. Wobei das Eis immer weniger wird und grossen Schuttströmen weicht. Es bietet sich an, entweder am See oder in der Gletscherstube eine Pause einzulegen.

Aletsch Panoramaweg
Gut versorgt mit Essen, Getränken und genialer Aussicht wird man an der Gletscherstube

Auf dem Aletsch Panoramaweg am Gletscher entlang

Wenige Wanderminuten, nachdem ich aus dem Tunnel wieder ins Tageslicht getreten bin, erreiche ich den Aussichtspunkt, wo der ehemals eindrucksvolle Hintere Märjelensee war. Früher ragten hier viele Meter hohe Eiswände aus dem See. Eisschollen schwammen im Wasser umher. Davon ist heute leider nichts mehr übrig. Klimawandel sei dank.

Aletsch Panoramaweg
Einige steinerne Stufen müssen wir nach dem Märjelensee erklimmen

Der Aletsch Panoramaweg ist nach dem Tunnel zu einem Bergwanderweg geworden. Technisch anspruchsvoll ist er nicht, zum Fotografieren sollte man aber – wie immer in den Bergen – stehen bleiben. Über Steinstufen geht es einige Höhenmeter hinauf und der Blick auf den Aletschgletscher wird frei.

Aletsch Panoramaweg
Kurvenreich bahnt sich der Aletschgletscher seinen Weg

In vielen Kurven schlängelt er sich gekonnt kilometerlang durch die Berge. Es ist unheimlich beeindruckend, dem riesigen Eisstrom so nahe zu begegnen.

Aletsch Panoramaweg
Wegpatroullie – einen schönen Arbeitsplatz hat er sich ausgesucht!

Aufstieg zur Bergstation Bettmerhorn

Dann treten ein paar Komplikationen auf. Der Weg, den ich eigentlich als Aufstieg zur Station Bettmerhorn nehmen wollte, ist wegen Steinschlag gesperrt. An der Bergstation bin ich mit PapaMufflon verabredet, der den Höhenweg genommen hat. Dank NavigationsApp (wir schwören auf OsmAnd) finde ich schnell eine andere Möglichkeit, zum Ziel zu gelangen. Einen kleinen Umweg muss ich in Kauf nehmen. Aber in so einer schönen Umgebung ist das kein Problem.

Aletsch Panoramaweg
Einige Wege sind wegen Steinschlag gesperrt – die Berge sind in Bewegung. Wegsperrungen unbedingt beachten, andernfalls kann Lebensgefahr drohen.

PapaMufflon war mal wieder schnell unterwegs und kommt mir auf halbem Weg entgegen, so dass wir die letzten Meter gemeinsam gehen können. Am Bettmerhorn suchen wir uns ein schönes Plätzchen und geniessen unser Vesper bei bester Aussicht.

Aletsch Panoramaweg
Zum Abschluss Seele baumeln lassen und Aussicht geniessen bei der Bettmerhorn Bergstation

Wir schweben mit der Seilbahn hinunter zur Bettmeralp. Dort gönnen wir uns noch ein kühles Getränk und ein Eis, das wir bei der malerisch gelegenen Kapelle Maria zum Schnee schlotzen. Ein wunderbarer Tag auf dem Aletsch Panoramaweg geht zu Ende.

Aletsch Panoramaweg
Die Kapelle Maria zum Schnee auf der Bettmeralp. Sommers wie Winters ein Blickfang

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