Der Mont Sujet (zu deutsch: Spitzberg) ist ein 1382 Meter hoher Gipfel im Schweizer Jura. Man erreicht ihn auf einem technisch einfachen, aber abwechslungsreichen Skulputurenweg von Lamboing aus. Auf dem Gipfelplateau lässt es sich herrlich ausspannen und man kann die weite Aussicht bis in die Alpen geniessen. Der Abstieg dieser kleinen, aber feinen Wanderung führt nach Diesse.

Der Schweizer Jura ist besonders im Herbst ein prächtiges Wandergebiet. Während in den höheren Lagen der Alpen bereits Schnee liegt, kann man im Jura noch lange die bunten Wälder geniessen. Ausgangspunkt der Wanderung auf den Mont Sujet ist das kleine Örtchen Lamboing, das man mit dem Bus von La Neuveville aus bequem erreichen kann. Unsere Anfahrt über Biel ist geprägt von jeder Menge Nebel und es kommen unterwegs leichte Zweifel auf, ob sich das Unternehmen heute lohnt. Als der Bus sich in vielen Kurven ins 820 M.ü.M. gelegene Lamboing hochschnauft, gelingt es uns, die Wolkendecke zu durchbrechen und wir können schliesslich bei strahlendem Sonnenschein losmarschieren. Glück muss der Wanderer haben!

Sentier des Sculptures

Auf dem Skulpturenweg beim Aufstieg auf den Mont Sujet gibt es allerlei kunstvolle Figuren aus Holz und Stein zu bewundern

Für den Aufstieg haben wir uns für den Skulpturenweg bzw. Sentier des sculptures, wir befinden uns schliesslich im französischsprachigen Teil der Schweiz, entschieden. Zahlreiche Figuren, teils aus Holz teils aus Stein, säumen den Weg und sorgen für jede Menge Abwechslung. Die Kunstwerke wurden von Schülern der Brienzer Schule für Holzbildhauerei gefertigt. Es ist faszinierend, wie filigran die menschlichen und tierischen Figuren aus dem Holz herausgearbeitet wurden. Bei einigen könnte man fast meinen, sie wären echt.

Sentier des Sculptures

Ein Männlein steht im Walde…
Mit den bunten Blättern ist die Wanderung auf dem Skulpturenweg im Herbst besonders reizvoll

Nach ca. 1,5 Stunden erreichen wir das weitläufige Gipfelplateau. Hier oben brauchen sich die – heute ohnehin nicht besonders zahlreichen – Besucher nicht drängeln. Es ist genug Platz für alle da. Die Oktobersonne wärmt noch schön und so strecken wir uns im Gras aus und lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. In der Ferne kann man in den Wolken die Alpen erahnen. Die Sicht könnte besser sein, aber das stört uns heute nicht. Nachdem PapaMufflon fast ein Jahr lang wegen einem gebrochenen Fussgelenk praktisch nicht wandern konnte, sind wir überglücklich wieder zusammen unterwegs sein zu können. Die Zweisamkeit in der Natur hat uns gefehlt.

Aussicht vom Le Sujet auf den Chasseral

Die Aussicht vom Le Sujet auf den Chasseral. Auf der Hochfläche lässt es sich hervorragend chillaxen!

Im Sommer bzw. am Wochenende gibt es auf dem Mont Sujet auch ein paar Einkehrmöglichkeiten, z.B. die Bergerie du Haut. Da wir ausserhalb der Saison und unter der Woche unterwegs sind, müssen wir für die Verpflegung selbst sorgen.

Nachdem Hunger und Durst gestillt und wir aus dem Gipfelnickerchen erwacht sind, brechen wir auf zum Abstieg nach Diesse. Der Blick schweift herüber zum Nachbargipfel Chasseral, mit 1606 Metern der höchste Gipfel der Berner Jura, erkennbar an der weithin sichtbaren Gipfelantenne. Die Sonne lässt die bunten Blätter des Laubwaldes in den tollsten Farben leuchten. So traurig es ist, dass der Sommer vorbei ist, so müssen wir doch zugeben, dass der Herbst auch seinen ganz besonderen Reiz hat. Am schönsten ist es, wenn ein Windstoss zahlreiche Blätter nach unten tanzen lässt.

Buntes Herbstlaub am Le Sujet

Wie Feuer leuchten die gelb-orangen Blätter in den leuchtenden Sonnenstrahlen

Der Tag endet in Diesse, wo wir nochmal einen Blick über die Alpenkette erhaschen können, bevor uns der Bus wieder hinab in den düsteren Nebel bringt. Wir konnten nochmal viele Sonnenstrahlen tanken, die uns an den kommenden grauen Herbst- und Wintertagen in der Erinnerung nochmal viel Freude schenken werden.

Blick über Diesse

Blick über Diesse, dem Zielort der Wanderung. In der Ferne sieht man die Alpen.