St. Moritz im Engadin bietet nicht nur Polo, Skifahren und Partys im Winter. Vor allem im Frühling zeigt es sich von seiner zahmen Seite, die man mit kurzen, familiengerechten Wanderungen erkunden kann. Wir haben ein Wochenende dort verbracht und gediegene Ausflüge unternommen.

St. Moritz

Irgendwann möchte man die profane Welt verlassen und in die mondäne Welt der Reichen und Schönen eintauchen. Das gelingt nur teilweise im Frühling in St Moritz. Dann sind sie nämlich alle weg, nix mit Schampusdusche oder Sehen-und-Gesehen-werden. Der Skizirkus ist abgebaut und die Sommersaison ist noch nicht eingeläutet. Der letzte Schnee auf den umliegenden Hügeln taut gerade noch weg. Nur die Preise, die wollen irgendwie nicht purzeln. Das günstigste Zimmer, welches noch das Mufflon-Gütesiegel verdient, hat einen ’shared bathroom‘ (ist alles international hier) und kostet immer noch dreistellig.

St. Moritz

St. Moritz mit dem St. Moritzersee – wie einfallsreich…

Gourmettipp St. Moritz

Um die massiven Ausgaben zu deckeln, gehen wir abends nur zum drittbesten Restaurant der Stadt, in die Pizzeria Caruso im Hotel Laudinella. Die schmeckt nicht nur ganz ausgezeichnet, sondern ist auch extrem günstig – zumindest für den Standort. Eine Pizza bekommt man für 15 CHF – da kann man nicht meckern!

Reitschule St. Moritz

Eine Reitschule darf in St. Moritz nicht fehlen!

Steinböcke in Pontresina

Das Meckern haben am Nachmittag schon die Steinböcke übernommen. Die kommen jeden Frühling – angelockt von den schon grünen, saftigen Wiesen – bis an den Ortsrand von Pontresina. Wer Glück hat, bekommt sogar einen Parkplatz direkt an der Kapelle, die den Beginn des extra eingerichteten Steinbock-Panoramaweges signalisiert. Die Zweitplatzierten dürfen noch am Sessellift parkieren, ehe nur noch das im Zentrum liegende Parkhaus Kapazität hat.

Steinbock bei Pontresina

Steinbock bei Pontresina

An diesem etwas trüben und regnerischen Tag dürfen wir direkt unterhalb der Steinbockkolonie, bei den Liftanlagen, unser Auto abstellen.
Ein kurzer, steiler Aufstieg und schon steht man vor den Königen der Alpen – wenn man Glück hat. Denn es ist nicht gesagt, dass die Gruppe jeden Tag Audienz gewährt. Aber an diesem Wochenende haben wir Glück und circa 30 Tiere haben sich etwa 10 Meter von uns entfernt niedergelassen. Sie grasen gemütlich im Gras, vermutlich wird gerade verdaut. Nach etlichen Aufnahmen – das neue Teleobjektiv haben wir genau zum richtigen Zeitpunkt gekauft – fängt es leider an zu regnen. Also Sachen packen und zurück nach St Moritz.

Steinbock im Regen...

Steinbock im Regen…

Lej da Staz

Am nächsten Morgen geht es gemütlich auf zum Lej da Staz. Mit meinem leider immer noch kaputten Fuß sind keine großen Sprünge möglich. Die beste Gelegenheit, um Kinderwagen geeignete Wanderungen zu testen! Geparkt wird an der Landstraße in der Nähe des Campingplatzes Punt Muragl. Wer möchte, kann erst mal die schöne Kirche San Gian auf dem in der Nähe gelegenen Hügel bewundern.

San Gian

Die Kirche San Gian steht auf einem kleinen Hügel

Nachdem man dann die Landstraße über eine Brücke überquert hat, läuft man durch den Wald immer angenehm bergauf. Kurz nachdem man den Wald verlassen hat, kann man auch schon den See namens Lej da Staz erblicken. Er liegt wunderschön eingebettet zwischen den Bergen.

Lej da Staz

Lej da Staz mit dem Hotel Restaurant am anderen Ufer

An so einem schönen und gut erreichbaren Platz gibt es natürlich eine Hütte. Im Engadin ist das gleich ein Hotel-Restaurant mit Grillplätzen, Liegemöglichkeiten und sogar Strandkörben. Wir steuern erst mal das entgegengesetzte Ufer an und finden einen verlassenen Steg. Das ist eher nach unserem Gusto als die zig Menschen, die in der Nähe des Restaurants verweilen. Wir lassen uns am Ufer nieder, beobachten die fotogenen Enten und erholen uns von der anstrengenden, mindestens 2 Kilometer langen Wanderung. Wie sehr doch eine Verletzung die Relationen verändert…

Enten Lej da Staz

Enten auf dem Lej da Staz – bitte lächeln!

Eine kurze Seeumrundung führt uns zum Hotel und den schönen Sitzgelegenheiten aus Holz, die wir auch dankbar in Anspruch nehmen. Nach dieser Pause geht es stracks wieder zurück zum Auto und ein schönes Wochenende kann sein Ende nehmen.