Die Via Alpina – was ist das?

Die Via Alpina ist – wie der Name bereits vermuten lässt – ein Weitwanderweg, auf dem sich alles rund um die Alpen dreht. Er führt auf mehr als 5000 Kilometern, verteilt auf fünf unterschiedliche Routen (je mit einer anderen Farbe benannt), in mehr als 300 Etappen durch alle acht Alpenländer. Man lernt also die alpinen Teile von Italien, Slowenien, Österreich, Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, Frankreich und zu guter letzt Monaco kennen.

Allein der rote Weg der Via Alpina zählt mehr als 160 Etappen und führt von Triest quer durch die Alpen bis Monaco. Der Alpenhauptkamm wird dabei mehrmals überquert. Das Ziel der Via Alpina ist es, dem interessierten Wanderer die Vielfalt der Flora und Fauna im Alpenraum näher zu bringen. Während die rote Route sich den gesamten Alpen widmet, picken die anderen Wege – jeder mit einer eigenen Farbe benannt – sich ein bestimmtes Gebiet heraus. So führt zum Beispiel die grüne Via Alpina durch die Schweiz und Liechtenstein.

Jeder, der häufiger in den Bergen wandernd unterwegs ist, hat bestimmt schon einmal das charakteristische ‚Via Alpina‘-Symbol an einem Wegweiser gesehen.

Uns hat das schließlich neugierig gemacht und so haben wir den Entschluss gefasst, uns auf den Weg zu machen und in unserem Sommerurlaub in Triest loszumarschieren. 4 Wochen stehen uns zur Verfügung, in denen wir in erster Linie Slowenien durchwandern wollen. Dabei sollen nicht stur die Etappen abgespult werden, sondern wir wollen uns die Zeit nehmen, links und rechts des Weges die ein oder andere Sehenswürdigkeit zu besuchen. Denn davon gibt es einige! Und es wäre doch schade, sich Highlights wie die Höhlen von Postojna oder den Bleder See entgehen zu lassen.

Vorbereitung auf die Via Alpina

Routenplanung

Vor einer längeren Wanderung steht wie vor jedem längeren Urlaub auch die Planung. Eine wesentliche Erleichterung bietet dafür die offizielle Via-Alpina-Seite www.via-alpina.org. Sämtliche Wege der Via Alpina werden im Detail vorgestellt. Jede Etappe ist inkl. Schwierigkeit, Entfernungs- und Höhenangaben beschrieben. Als besonders hilfreich haben sich oft die Kommentare von anderen Wanderern erwiesen, die Empfehlungen für Unterkünfte geben oder auf Stolperfallen unterwegs hinweisen.

Zusätzlich haben wir uns über die nationalen Via-Alpina-Sekretariate Broschüren und Infomaterial zuschicken lassen. Besonders die detaillierte Wanderkarte für Slowenien hat uns gute Dienste bei der Routenplanung geleistet.

Wir haben die Etappen teilweise etwas anders geschnitten als sie offiziell empfohlen sind. So haben wir immer mal zwei Tage zusammengelegt, zum Beispiel weil bereits vorher klar war, dass eine Hütte geschlossen hat. Oder wir haben die Strecke verkürzt, um ein bißchen Sightseeing machen zu können. Für die Seen Bohinj und Bled haben wir einen mehrtägigen Abstecher eingebaut. Mit dieser Planung wären wir unter optimalen Umständen bis zum Hochweißsteinhaus am Karnischen Höhenweg gekommen. Optimal heißt: Wetter ok, Gesundheit intakt und keine sonstigen Hindernisse.

Sämtliche Wegstrecken haben wir für die bessere Orientierung als gpx-Datei aufs Smartphone geladen. Das hat sich zusammen mit der Navigationsapp OsmAnd als extrem hilfreich erwiesen. Vor allem die ersten Teilstrecken in Italien und Slowenien sind spärlich bis gar nicht markiert. Oft zweigt lediglich ein unscheinbares Weglein ins Gestrüpp ab, ohne jede Kennzeichnung. Wer keine Karte oder ein GPS dabei hat, hat kaum eine Chance, den richtigen Weg zu finden und darf sich auf einige Extrakilometer wegen Verlaufens freuen. Selbst mit GPS haben wir das eine oder andere Mal den Weg nicht finden können bzw. er war durch Zäune oder Baustellen versperrt. Unsere GPX-Tracks werden wir auf dieser Seite zur Verfügung stellen, weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass wir keinerlei Gewähr dafür übernehmen!

Unterkünfte

Die Unterkünfte für die ersten Tage haben wir im Voraus gebucht. Die Orte, in denen übernachtet wird, sind meistens klein und die Touristenunterkünfte begrenzt. Wir sind immer froh, wenn wir nach einem langen Wandertag nicht mehr einem Zimmer hinterherrennen müssen. Inspiration für die Unterkünfte haben wir aus den Erfahrungsberichten anderer Via-Alpina-Gänger geholt und wir wurden nie enttäuscht. Die Gastfreundschaft der Slowenen sucht seinesgleichen. Wir wurden stets herzlich aufgenommen und bestens verpflegt. Auf die besonders empfehlenswerten Gastgeber werden wir in der Auflistung der einzelnen Etappen eingehen.

Gepäck

Vier Wochen per pedes unterwegs. Das bedeutet sicher jede Menge Gepäck? Nicht unbedingt. Im Grunde genommen haben wir dieselben Dinge mitgenommen wie bei einer mehrtägigen Hüttentour. Von daher reicht ein 35-45 Liter Rucksack locker aus. Unsere entsprechende Packliste gibt es hier.

Da wir sonst meistens Tageswanderungen unternehmen, bei denen wir ohnehin wenig mitnehmen, ist unsere Ausrüstung nicht gerade das, was man ultraleicht nennen kann. Falls Du Dich für das Thema Ultraleichtausrüstung interessierst, legen wir Dir die Packlisten von Alex auf bergreif.de ans Herz. Er hat jahrelange Erfahrung aus mehreren Alpenüberquerungen und hat seine Ausrüstung mittlerweile stark optimiert. Wir sind jedesmal wieder begeistert, wenn wir sehen, wie minimalistisch er durch die Berge wandert.

Zusätzlich zur gewöhnlichen Hüttenwanderungsausstattung haben wir uns entschieden, auch Zelt, Schlafsack und Isomatte mitzunehmen. Wir träumten von romantischen Sonnenuntergängen an schönen Plätzen und wollten für die Übernachtung Campingplätze nutzen, sofern am Wegesrand vorhanden. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass das Wetter für Zeltabenteuer viel zu schlecht war und wir die Campingausrüstung nicht ein einziges Mal benutzt haben. Dafür haben wir jeden Tag im Schnitt 2 Kilo zu viel herumgetragen. Im Triglav Nationalpark ist Zelten und Biwakieren ohnehin verboten – also: Zelt und Co. können getrost zu Hause bleiben.

Öffentliche Verkehrsmittel in Slowenien

Der Nachteil, wenn man seine Unterkünfte vorgebucht hat ist: man muss sich an den Plan halten und sich entsprechend fortbewegen. Ebenso kann es passieren, dass sich kein Zimmer direkt am Weg findet und zu Fuß macht es einen Unterschied, ob man nochmal 1-2 Stunden bis in den nächsten Ort ans Tagespensum anhängen muss.

Es kann also vorkommen, dass man auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen möchte. Die entsprechenden Fahrpläne für Slowenien findet man auf der Seite portoroz.si. Für Busse und Bahnen gibt es jeweils eine eigene Seite, was die Kombination von beidem etwas schwierig macht. Gerade in kleine Orte fährt häufig nur ein Bus pro Tag und das meistens nicht zu der Zeit, die man benötigt. Man sollte also am besten am Vortag einen Blick auf den Fahrplan werfen und sich nicht darauf verlassen, dass bestimmt ein Bus fahren wird.

 

So viel zu den allgemeinen Informationen über die Via Alpina. Welche Etappen wir uns vorgenommen haben und wie weit wir tatsächlich gekommen sind, erzählen wir im nächsten Artikel!