Der Kemmeriboden ist berühmt für seine legendären Kemmeriboden-Bad Merängge. Doch man kann im Kemmeriboden nicht nur Leckereien naschen, sondern auch schöne Wanderungen unternehmen. Eine Rundwanderungen über die Marbachegg stellen wir euch heute vor.

Los geht es am Parkplatz Kemmeriboden. Achtung: Wanderer sollten nicht auf dem Parkplatz des Hotels Kemmeriboden-Bad parken, sondern vor der Brücke auf dem Wanderparkplatz.

Holzbrücke am Kemmeriboden-Bad

Eine rustikale Holzbrücke führt zum Kemmeriboden-Bad

Über Unter- und Oberkemmeri geht es unterhalb des Schibegütsch, den wir schon einmal mit Schneeschuhen besucht haben, bergauf. In unserem Rücken ragen die beeindruckenden Wände des Hohgant in die Höhe. Wir bewegen uns zunächst im Kanton Bern. Genauer gesagt im Emmental, das durch den bekannten Emmentaler Käse auf der ganzen Welt bekannt ist.

Wandern am Kemmeriboden

Gemütliches Genußwandern zwischen Emmental und Entlebuch – im Hintergrund der Hohgant

Schon nach wenigen Minuten überschreiten wir die Grenze zum Kanton Luzern und betreten die UNESCO Biosphäre Entlebuch, die durch eine einzigartige Moor- und Karstlandschaft geprägt ist.

Bei einer Alm tun wir uns etwas schwer, den offiziellen Durchgang zu finden und schleichen am Zaun hin und her. Am Ende steigt PapaMufflon über den Zaun und BabyMufflon krabbelt drunter durch, weil es Angst hat, sich die nagelneue Softshellhose am Stacheldraht aufzureißen. Vor allem, weil wir die <Werbung> Cruisepants von Direct Alpine zur Verfügung gestellt bekommen haben</Werbung> und diese gerade einem ausgiebigen Test unterziehen.

Da kommt auch schon der Bauer eilig angelaufen. Ohoh – sind wir nun unberechtigterweise auf Privatgelände eingedrungen? Geht der Wanderweg doch nicht hier lang? Der Puls steigt. Aber er will uns nicht vom Hof jagen. Ganz im Gegenteil: heute ist Almabfahrt, d.h. die Kühe sollen vor Winterbeginn wieder in den warmen Stall im Tal umziehen. Und zusammen mit Frau und Kind ist es noch nicht geglückt, die Kühe zum Transporter zu treiben. Denn der steht blöderweise ein ganzes Stück weg und zwar in Richtung Berg hoch. Und dort wollen die Tiere nicht hin. Sie brechen immer wieder zur Seite aus. Wir sollen nun helfen, die Damen am Ausbüchsen zu hindern. Erfahrung mit Rindviehern dieser Art haben wir zwar keine, aber man kann es ja mal probieren. Wir willigen ein.

Zunächst sieht es aus, als läuft die Sache gut. Doch mit einem Mal schlägt die Leitkuh einen Haken und setzt sich dann mit Schwung in Bewegung. Die anderen hinterher. Wir können gerade noch alle zur Seite springen, um nicht in vollem Galopp umgerannt zu werden. Das war knapp! So friedlich man Kühe immer auf der Weide genüsslich vor sich hinkauen sieht, so viel Power können sie entwickeln, wenn sie in Fahrt kommen. In Sekundenschnelle ist die ganze Herde weit den Hang hinab gestürmt. Wir bieten an, bei einem weiteren Versuch zu helfen, aber die Familie meint, dass es noch Stunden gehen kann, bis es klappt, die Tiere zu bändigen. Und wahrscheinlich haben wir uns auch nicht gerade als die hilfreichsten Kuhtreiber erwiesen.

Kuh mit Glocke

So ein treuherziger Blick! Kaum zu glauben, wie viel Temperament diese Tiere an den Tag legen können.

Auch wenn wir am Ende nicht helfen konnten, war es für uns interessant, einen kleinen Einblick in das Leben auf der Alm zu bekommen. Eins steht fest: ein extra Fitnessstudio braucht man dort nicht!

Die Wanderung geht weiter zur Alp Imbrig. Auch hier ist die Almabfahrt in vollem Gange. Leider, denn sonst hätten wir gerne dem Alpbeizli einen Besuch abgestattet. Neben kleinen regionalen Schmankerln im Alpbeizli, bietet die Alp auch einen Verkauf von diversen Käsespezialitäten an: Alpkäse, Raclettekäse und natürlich Mutschli, einen Schweizer Halbhartkäse. Direkt vom Euter auf die Theke: Frischer als hier kann man den Käse nicht bekommen!

Kapelle im Entlebuch

Eine Kapelle am Wegesrand in Richtung Marbachegg

Die nächste Station, die wir ansteuern, ist die Marbachegg. Wer schon genug vom Wandern hat, kann noch eine Runde auf der Cartbahn drehen, sich Bierchen genehmigen und dann gemütlich mit der Bahn ins Tal gondeln. Zurück zum Kemmeriboden geht es mit dem Postauto.

Bauernhaus im Entlebuch

Der Weg führt an wunderschönen Bauernhäusern vorbei

Doch Weiterwandern lohnt sich, denn beim Abstieg nach Bumbach betreten wir quasi heiligen Boden: auf diesen Hängen lernte kein Geringerer als Beat Feuz das Skifahren! Und es kommt noch besser. Die letzten 5 Kilometer führen – stets an der Emme entlang – über den brandneuen Themenweg ‚Beat Feuz‘. Insgesamt 15 Tafeln informieren über seinen gesamten Werdegang von den ersten zaghaften Versuchen auf Brettern bis hin zu seinem Weltmeistertitel 2017. Auch für Nichtskifans sehr spannend zu verfolgen, denn die Geschichte zeigt, dass es im Leben vor allem auf eines ankommt: niemals aufzugeben.

Wie es der Zufall so will, wird dieser Weg just an dem Tag eingeweiht, als wir da sind. Das ist uns allerdings zu dem Zeitpunkt als wir die 80-köpfige Fangemeinde passieren, die gerade andächtig alle Tafeln abschreitet,  nicht klar. Und so laufen wir an einem Weltmeister vorbei, ohne ihn eines Blickes zu würdigen.

Landgasthof Kemmeriboden-Bad

Der Landgasthof Kemmeriboden-Bad: innen wie aussen mit ganz viel Liebe zum Detail

Trotz dieses Frevels bekommen wir auf der Terrasse des Landgasthofs Kemmeriboden-Bad ein Plätzchen. Vor der Heimfahrt wollen wir noch eine kleine Sünde begehen und die legendären Kemmeriboden-Bad Merängge verköstigen. Um der Kalorienbombe noch eine Krone aufzusetzen, gibt es dazu heiße Schoggi, Vanilleeis und Nidle. Nidle ist schweizerdeutsch und bedeutet Sahne. Und was sollen wir dazu sagen: es ist ein Traum! Ein teurer, aber erfüllbarer Traum, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Gelungener kann der Abschluss eines Wandertages nicht sein. Rund und glücklich rollen wir mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause.

Kemmeriboden-Bad-Merängge

Die Original Kemmeriboden-Bad Merängge. Mit Vanilleeis und Sahne. Schlemmerherz, was willst Du mehr!