Unsere erste Schneeschuhtour ab der Neuen Pforzheimer Hütte führt uns auf den Gleirschen Roßkogel. Dank dem wolkenlosen Himmel schwitzen wir uns einen ab, statt auf fast 3000 Meter im Winter zu frieren.

Aufstieg zur Neuen Pforzheimer Hütte

Aufstieg zur Neuen Pforzheimer Hütte

Nach dem reichhaltigen Frühstück, ja eigentlich schon Brunch, den wir von 7:00 bis 8:30 Uhr einnehmen, geht es gemütlich los. Noch im Schatten der ringsum hohen Berge, mit Pulli und Jacke gut verpackt, machen wir uns mit angeschnallten Schneeschuhen auf, den 2994 Meter hohen Berg zu besteigen. Die Schneeverhältnisse sind nicht üppig, aber sicher. Die Sonne der Vortage hat den Schnee recht stark komprimiert, so dass wir Anfangs auf Harsch laufen.

Neue Pforzheimer Hütte

Neue Pforzheimer Hütte

Da die Kondition in der Höhe noch etwas zu wünschen übrig läßt (das wird sich schon noch ändern!), werden bald die ersten Hüllen fallen gelassen. Denn mittlerweile laufen wir in der Sonne. Und mit der moderaten Steigung fängt der Schweiß an zu fließen. Trotzdem kommen wir schnell voran. Nach etwa der Hälfte der Wegstrecke hauen wir uns mit unseren Lawinenschaufeln Sitze in den harten Schnee – für eine Pause. Na ned huddle! Denn gleich kommt die steilste Stelle der Tour und ein bisschen Energie tanken kann nicht schaden.

Die Sitzbänke werden gegraben

Die Sitzbänke werden gegraben

Verdiente Pause mit grandioser Aussicht

Verdiente Pause mit grandioser Aussicht

Nach etwa 20 Minuten mit genialer Aussicht auf die umliegenden Berge geht es los: es wartet eine etwa 30° – 35° steile Stufe, die überwunden werden will. Material- und Erfahrungsbedingt gibt es in der Gruppe Schwierigkeiten und so wird entschieden, wieder die Lawinenschaufeln auszupacken und Stufen in den Hang zu schlagen. Spätestens jetzt wird T-Shirt Wetter ausgerufen. Circa 200 Stufen später ist sowas von klar: eine weitere Pause muss her. Mittlerweile ist es halb Zwölf. In der Schweiz macht man da schon Mittagspause – das können wir auch! Haben wir uns natürlich verdient 😀

Die letzten Schritte zum Gipfel

Die letzten Schritte zum Gipfel

Dank der nun fortgeschrittenen Zeit und der unaufhörlich scheinenden Sonne ist der Schnee weicher geworden, fast schon sulzig. Das ist auch gut so, denn so lassen sich leichter ein paar weitere Stufen in den Schlußhang eingraben. Dieser hat auch wieder seine 30°, ist aber relativ ungefährlich, da ein Abrutschen keine dramatischen Folgen hätte. Doch es bleiben alle in der Spur und so können wir gegen 13 Uhr das Gipfelbeweisfoto schießen. Die Aussicht auf fast 3000 Meter bei wolkenlosem Himmel ist grandios. Ein Rundumblick auf hunderte Berge der Stubaier, Öztaler, Tuxer und Zillertaler Alpen.

Gipfelbeweisfoto Gleirscher Rosskogel

Gipfelbeweisfoto Gleirscher Rosskogel – mal wieder eine monumentale Pose…

Wegen der schlechten Schneesituation (zu wenig Schnee) und der fortgeschrittenen Zeit schenken wir uns die mögliche Gratüberschreitung zum Gleirschjöchl und steigen auf dem selben Weg wieder ab. Jetzt ist der Schnee richtig sulzig. Die zuvor mühsam geschaufelten Stufen sind mittlerweile wieder zerschmolzen. Ein beherzter Tritt bringt aber das gleiche Resultat: eine sichere Stufe für die Nachfolgenden. Bei der starken Sonneneinstrahlung ist das aber anstrengender als es klingt. Die gesamte Tour war in der prallen Sonne und so langsam sind alle platt.

Abstieg vom Gleirschen Roßkogel

Auf zum Radler auf der Pforzheimer Hütte!

Gegen halb vier treffen wir wieder bei der Hütte ein. Endlich Schatten. Und ein Radler. Und Topfen-Strudel mit dreimal Sahne. Und dann noch ein Radler. Es war schön, aber seeehr heiß!