Heute gibt es im Refugi JM Blanc um 7:30 Frühstück (ich konnte mir die Uhrzeit aussuchen, da ich der einzige Gast war). Es gibt Buffett mit allem, was das Herz begehrt – und einen Höllentoaster, den man ganz genau im Auge behalten muss, denn die Toasts sind ratz-fatz fertig. Quasi von offener Flamme geküsst.

Hier ist Tag 1 der Wanderung!

Dank meiner Spurarbeit gestern und dem Versichern von Guilliem, einem der Gastwirte, dass die Seen halten, bin ich schnell am Estany de la Llastra, wo es nun weiter rechts hoch geht. Dank der frühen Zeit ist der Hang noch gefroren, so dass ich die Steighilfen aufstellen und die 35 Grad gemütlich hochschlendern kann. Oben erwartet mich mal wieder ein See (irgendwie klar, denn Aigüestortes, der Name des Nationalparks, heisst gewundene Gewässer). Der liegt sehr idyllisch. Doch bevor es richtig hoch zur Schulter des Pegueras geht, werden noch ein paar Fotos geschossen.

Estany de la Llastra

Die Steighilfen bringen mich auch hier schnell hoch. Ich hatte mich am Refugi noch nach einer leichten Gipfeltour erkundet und sowieso schon den Pic de Monestero im Auge gehabt. Als mir dann auch noch versichert wurde, dass er „muy facil“ ist, habe ich ihn eingeplant. Ich lege also meinen Rucksack ab und mache mich nur mit Kamera, Stöcken und Schneeschuhen auf den Weg. Die ersten Meter sind ok, doch bald geht es los: klettern mit Schneeschuhen. Spätestens hier wäre BabyM durchgedreht. PapaM hat aber noch das muy facil in den Ohren – also weiter. Richtig war ich, hier und dort gab es Steinmännchen. Spätestens bei den IIer Kletterstellen frage ich mich, was für ihn dann wohl schwierig ist… Als es eine 40 Grad steile Schneeflanke mit Aussicht auf mehrere hundert Meter Rutschpartie zu überwinden gilt, heisst es für mich umdrehen. Nix war’s mit nem Gipfel.

Auf der Schulter mit Blick zum Pic de Monestero

Da habe ich mich nicht weitergetraut – Rutschpartie bis zum Estany Gran de Peguera

Wieder zurück an der Schulter geht es nun genauso steil runter wie es vorhin hoch ging. Nach zwei, drei Landungen auf dem Allerwertesten ist das schwierigste Stück geschafft und ich kann die Abfahrt mit Schneeschuhen im Tiefschnee geniessen. Es geht runter bis zum Estany de Sant Maurici durch ein seeehr idyllisches Tal. Schon den ganzen Tag war ich allein, doch das sollte sich nun ändern: Tagestouristen bevölkern das beliebte Ausflugsziel. Ich suche mir ein ruhiges Eckchen unter einem Baum und nach dem Mittagessen mache ich ein kleines Nickerchen am See in der Sonne mit blauen Himmel. Neidisch? Zu Recht!

Am rechten Bildrand sieht man die Abstiegsroute

Das Tal vom Monestero zum Estany de Sant Maurici ist idyllisch!

Yeah, fast geschafft! (Wampe bitte nicht beachten…)

Das ist die Aussicht vom Schlafplatz am Estany de Sant Maurici

Nachdem auch die Els Encantat zur Genüge abgelichtet wurden, geht es auf die letzte Etappe: hoch zum Refugi d’Amitges. Vorbei an einem kleinen Wasserfall gibt es nun zwei Wege: direkt oder über den mirador. Da ich heute noch nicht genug gewandert bin, geht es über den mirador. Richtige Entscheidung! Sooo schön. Ich war bestimmt 20 Minuten dort. Ohne Sonne – und das soll was heißen!

Els Encantats – zwei versteinerte Jäger, die statt zur Messe zur Gemsenjagd gegangen sind…

Ausgugg zum See – unbedingt machen!

Irgendwann muss ich mich losreissen und den letzten Aufschwung zum Refugi d’Amitges angehen. Hier geht es eine nasse Südflanke hinauf – genau das richtige nach einem langen Tag! Aber auch der längste Aufstieg hat mal ein Ende und nach 8 Stunden darf ich nun das Refugio mit den Agullesd’Amitges erblicken. Hach wie schön! Fast so schön wie das obligatorische Radler auf der Terasse des Refugio mit Blick auf die Bergkette.

Refugi d’Amitges mit den Agulles d’Amitges im Hintergrund

Refugi d’Amitges mit den Agulles d’Amitges im Hintergrund

Sonnenaufgang am Refugi d’Amitges

Sonnenuntergang am Refugi d’Amitges

Hinweis: Bei Winterwanderungen im Schnee herrscht Lawinengefahr – nur mit LVS, Sonde, Schaufel und Studium des Lawinenbulletin unternehmen und vorher eine Lawinenausbildung machen!