Es gibt Wanderungen, bei denen beginnt das Abenteuer bereits vor dem ersten Schritt. Der Salistock (1896 m) ist definitiv so ein Kandidat.

An der Talstation Mettlen erwartet uns ein sog. Buiräbähnli – eine Miniseilbahnanlage, die auf den ersten Blick etwas klapprig erscheint. Einen festen Fahrplan gibt es nicht. Wir legen unser Gepäck in die an der Bahn angebrachte Holzkiste und steigen in die Kabine, von der aus wir per Telefon unseren Fahrtwunsch anmelden. Und schon geht es los mit der wilden Fahrt. Anfänglich geht es gemächlich aufwärts. Spannend wird es als die ersten Pfeiler zu überwinden sind. Das Buiräbähnli schwebt dort nämlich nicht einfach drüber wie eine gewöhnliche Seilbahn. Nein! Die ganze Kabine kippt im ganzen bei jedem Pfeiler ein Stück nach hinten. BabyMufflon quiekt vor Schreck und bekommt sogleich Angst vor der Runterfahrt. 

Das Abenteuer beginnt an der Talstation Mettlen. Einsteigen bitte!

An der Mittelstation Rugisbalm müssen wir umsteigen und bezahlen das Fahrtgeld. Dann geht es nahtlos weiter in Richtung Station Lutersee

Und schon schweben wir über den Wolken an steilen Felswänden entlang

Erleichtert, die Fahrt überstanden zu haben, entsteigen wir der Kabine. Schnell noch die erfreulicherweise vorhandene Toilette vom Typ Plumpsklo aufgesucht und schon kann es losgehen. 

Geschafft! Das Buiräbähnli hat uns mit einmal umsteigen sicher zur Station Lutersee gebracht.

Während Luzern in der trüben Nebelsuppe versinkt, lacht uns hier oben die Sonne entgegen und verspricht uns einen wundervollen Tag. Also machen wir uns eifrig daran, die Schneeschuhe festzuzurren, schalten unser LVS-Gerät an und setzen uns in Bewegung. Eine einsame Spur eines Skitourengehers weist uns den Weg Richtung Salistock

Letzte Präparationen vor dem Abmarsch – Schneeschuhe montieren, Sonnenbrille richten, Handschuhe anlegen und natürlich LVS-Gerät anstellen

Wie es sich für ordentliche Schneeschuhgeher gehört, ziehen wir unsere eigene Spur und zertrampeln nicht das Werk des Skitourlers. Es macht ohnehin viel mehr Spass, in den Pulverschnee einzutauchen als immer wieder in der bereits vereisten Altspur einzubrechen. 

Brav ziehen wir unsere eigene Spur neben der Skispur

Der Weg führt uns fast ebenerdig vorbei an der Hüethütte. Dort müssen wir für ein Weilchen von der wärmenden Sonne Abschied nehmen und begeben uns auf den schattigen Aufstieg. Wie gut, dass es einem beim Bergaufgehen immer recht schnell warm wird. 

Minischneeballlawinen kullern ins Tal

Verschneite Alphütten halten Winterschlaf

Wir passieren die Alp Obereggen. Auch sie ist wie die meisten Hütten um diese Jahreszeit im Winterschlaf.

Schattiger Aufstieg – auf dem Gipfel (links im Bild) wartet zum Lohn die Sonne!

Vorbei an der Alpe Obereggen geht es als nuff

Einsame Spuren im Schnee

Die Sonne hat uns wieder – kurz vor dem letzten Aufstieg.

Unterhalb des Gipfelhangs können wir endlich wieder aus dem Schatten des Widderfeldstocks treten. Die letzten Meter zum Gipfel sind etwas mühsam. Es liegt nicht allzu viel Schnee. Immer wieder kucken Grasbüschel hervor. Haben wir auf dem ganzen Weg keine Menschenseele gesehen, so treffen wir doch auf dem Gipfel auf zwei Skifahrer, die wahrscheinlich aus einer anderen Richtung gekommen sind. Bei Chips und Schokoriegel werden die Energiereserven wieder aufgefüllt. Dann geht es ans Fotoshooting. Schneebedeckte Berge soweit das Auge reicht. Auch der Blick hinab nach Engelberg ist reizvoll. 

Engelberg vom Salistock aus – wie eine Spielzeugstadt. Gegenüber prangt der mächtige Titlis.

Es fällt uns einmal mehr schwer, uns von diesem sagenhaften Panorama loszureißen und den Heimweg anzutreten. Doch die Tage im Januar sind kurz und so müssen wir bald aufbrechen, um vor Einbruch der Nacht wieder zurück zu sein. 

Zum Abschluß erwartet uns noch die Talfahrt mit dem Buiräbähnli. Treu hat die blaue Kabine an der Station auf uns gewartet und bringt uns zunächst wieder nach Rugisbalm. Die Abfahrt mit den Pfeilern geht im Großen und Ganzen ganz gut. Nur an der Stelle, wo die Bahn über die Bergkante fährt, kippt die Gondel ziemlich über. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an das Spiel beim Flitterabend mit Michael Schanze, bei dem die Paare auf einer Wolke saßen, die bei falscher Antwort vornübergekippt wurde. So ähnlich fühlt es sich an.  Ein ganz spezielles kleines Abenteuer, durch das wir die Wanderung auf den Salistock so schnell nicht vergessen werden!

Der Widderfeldstock – für Skitürler ein interessantes Ziel. Mit Schneeschuhen dürfte es zu weit sein.

Hinweis: Bei Winterwanderungen im Schnee herrscht Lawinengefahr – nur mit LVS, Sonde, Schaufel und Studium des Lawinenbulletin unternehmen und vorher eine Lawinenausbildung machen!