Traumhaft schönes Herbstwetter. Sonnenschein ohne Ende. Ein perfekter Wandertag. Regenjacke kann man zu Hause lassen! 

Dieses Versprechen gab uns die sonst in der Regel recht zuverlässige Wettervorhersage. Nur unserem anscheinend funktionierenden Instinkt ist es zu verdanken, dass wir die Regenjacke doch eingepackt haben. Zum Glück, wie sich später herausstellen sollte. 

Heute soll es mal wieder ins Entlebuch gehen. Nachdem wir über den Sommer meistens weite Anfahrten ins Wallis oder Berner Oberland für unsere Unternehmungen auf uns genommen haben, wollen wir im Herbst auch mal wieder der näheren Umgebung ein bißchen wohlverdiente Beachtung schenken. Und so führt uns die Fahrt nach Sörenberg, einer Gemeinde in der UNESCO Biosphäre Entlebuch. 

Blick vom Nünalpstock zur Haglere

Blick vom Nünalpstock zur Haglere

Von der Kirche in Sörenberg geht es über gute Wege über grüne Alplandschaft zur Alpe Satz. Von dort aus wandern wir auf gutem Bergweg zum Teufimattsattel. Hier befindet sich der Abzweig zum Nünalpstock, der in einem Abstecher von ca. einer dreiviertel Stunde erklommen werden kann. Klar, dass wir uns diesen Gipfel nicht entgehen lassen!

Der letzte Aufstieg zum Nünalpstock ist teilweise drahtseiversichert

Der letzte Aufstieg zum Nünalpstock ist teilweise drahtseiversichert

Es geht auf dem Kamm recht schmal nach oben. Im letzten Stück sind ein paar Drahtseile gespannt. In den schattigen Bereichen ist der Boden matschig und dadurch etwas rutschig. Mit ein bißchen Vorsicht ist aber alles halb so wild.

Auf dem Nünalpstock

Auf dem Nünalpstock

Und schon stehen wir am etwas morschen Holzkreuz des Nünalpstock und blicken fröhlich über die mittlerweile erbraunten Matten des Entlebuchs. Ein starker Wind zieht auf. Und von der versprochenen Sonne ist auch nichts zu sehen. Im Gegenteil. Die Wolken machen einen düsteren Eindruck und wir glauben in der Ferne bereits Regenschauer zu erkennen. 

Aus einer gemütlichen Pause mit Vesper und anschließendem Gipfelnickerchen wird also nichts. Wir setzen unseren Weg fort und steigen erst mal wieder ab in den Teufimattsattel, von dem aus wir unseren Weg geradeaus fortsetzen und direkt auf die Haglere zustreben. Doch was ist das? Kommen da nicht einige nasse Tröpflein vom Himmel gepurzelt? Wie war das mit 0% Regenwahrscheinlichkeit? Bis zum Gipfel lassen wir die Regenjacken im Rucksack. Oben kommen wir aber nicht mehr drumherum, uns die volle Montur anzulegen.

Auf der Haglere - der unangemeldete Nieselregen kann uns mal!

Auf der Haglere – der unangemeldete Nieselregen kann uns mal!

Im Regen verspeisen wir unsere mitgebrachten Riegel und kucken dumm. Zum Glück wird der Regen bald schwächer und die Sonne blitzt tatsächlich ein bißchen durch die Wolken. Ein zarter Regenbogen überspannt das Tal. Ein wunderschöner Augenblick, der einem bei Spitzenwetter verwehrt bleibt! Alles hat eben seine guten Seiten!

Wer sieht den Regenbogen?

Wer sieht den Regenbogen?

Den Abstieg nehmen wir auf die andere Seite Richtung Dahlenboden auf. Am Abzweig Dahlenboden kann man entweder weiter nach Flühli wandern und von dort aus mit dem Bus nach Sörenberg zurückkehren oder – wie wir – direkt zurück nach Sörenberg wandern. Angesichts des nun wieder weinenden Himmels eine gute Entscheidung. Diesmal hört der Regen nämlich nicht wieder auf. Im Gegenteil – es regnet sich richtig ein und nun sind wir entgültig froh, dass wir unsere ‚richtigen‘ Regenjacken dabei haben und nicht nur die Softshells. 

Trotz des zum Schluß starken Regens eine sehr schöne und recht gemütliche Runde über zwei Entlebucher Grashuckel. Nicht das große Bergerlebnis, sondern eher mit einer Wanderung im Schwarzwald zu vergleichen. Die beiden Gipfel sind bestimmt auch was für den Winter mit Schneeschuhen.