Es muss nicht immer ein Gipfel sein – auch eine Wanderung zu einer Hütte oder einem See hat ihren Reiz. Bei dieser Wanderung bekommst Du sogar eine Hütte und einen See! Wobei wie bei allen Hütten im Herbst die Öffnungszeiten beachtet werden müssen. Nicht, dass man vor verschlossener Türe steht und die eingeplante warme Mahlzeit samt Gerstenkaltschale ausfallen müssen. Denn auf Berghütten endet die Sommersaison i.d.R. je nach Höhenlage zwischen Mitte September bis Anfang November. Mit Schnee ist auf dieser Runde aufgrund der Höhe bereits Anfang Oktober zu rechnen. Das Tajatörl liegt auf immerhin 2259 m. Die Wege sind auch mit leichter Schneeauflage gut machbar.

Gestartet wird in Ehrwald bei der Talstation der Ehrwalder-Alm-Bahn. Gut zu Fuß sparen wir uns die Bahn und marschieren direkt in Ehrwald los. Das schont den Geldbeutel und schenkt uns noch mehr Bewegung und noch mehr schöne Momente in der freien Natur. So gewinnen wir gleich dreifach! 

Der erste Stück über die Ehrwalder Alm ist Anfang Oktober von saftigem Grün geprägt. Fast könnte man meinen, es sei noch Sommer. Wunderschön im Kontrast zu den bereits weißgezuckerten Bergen und dem strahlenden Blau des Himmels.

Grüner Start auf der Ehrwalder Alm

Grüner Start auf der Ehrwalder Alm

Nach der Ehrwalder Alm geht es weiter als nuff zur Seeben-Alm, vorbei am Seebensee bis wir zum letzten Anstieg vor der Coburger Hütte gelangen.

 

Unten Herbst und oben Winter

Unten Herbst und oben Winter – bald ist die Coburger Hütte erreicht

Juhuu – die Hütte hat noch geöffnet und wir legen erst mal ein kleines Päusle ein. Zu schön ist es hier – der Blick zur Sonnenspitze, zum Drachensee und auf die restliche Mieminger Kette. 

Zaungast an der Coburger Hütte - im Hintergrund der Drachensee

Zaungast an der Coburger Hütte – im Hintergrund der Drachensee

Doch unser Weg ist an der Hütte nicht zu Ende. Gut gestärkt geht es aufwärts in Richtung Tajatörl. Allmählich verabschiedet sich das sommerliche Grün und weicht einer weiß überzuckerten Landschaft. Wir kommen nur langsam voran. Nicht, dass der Schnee so hoch wäre. Nein – es ist der Rückblick auf den Drachensee, die Hütte und die Sonnenspitze, der uns in seinen Bann zieht. Immer wieder bleiben wir stehen, schauen und staunen. 

Der Drachensee von oben

Der Drachensee von oben – tausend Blicke wert!

Links zweigt der Weg zum Hinteren Tajakopf ab – eine Gipfeloption für trittsichere und erfahrene Bergwanderer. 

Möglicher Abstecher zum Hinteren Tajakopf

Möglicher Abstecher zum Hinteren Tajakopf

Wir genießen lieber das Winterwonderland und gehen weiter durch das Drachenkar Richtung Tajatörl. Wenn man wie wir aus dem Flachland kommt und Schnee nur selten zu Gesicht kriegt, ist man richtig aus dem Häuschen, wenn man durch so eine verzauberte Landschaft wandern kann. Ein richtiges kleines Abenteuer!

Durchs Winterwonderland zum Tajatörl

Durchs Winterwonderland zum Tajatörl

Jenseits des Tajatörls geht der Winter weiter. Es liegt sogar noch mehr Schnee, durch den wir nun nach unten stapfen. Es geht hinab durchs Brendlkar, von dem aus wir auf den Ganghöfersteig abzweigen, der uns zurück auf den Weg zur Ehrwalder Alm führt, wo sich der Kreis bzw. die Rundwanderung schließt.

Abstieg durchs Tajatörl - auf dieser Seite liegt noch mehr Schnee

Abstieg durchs Tajatörl – auf dieser Seite liegt noch mehr Schnee