Der Festsaal der Alpen – die Berninagruppe mit ihren Fels- und Eisgiganten. Das beeindruckende Massiv des Piz Palü. Und gegenüber die Aussichtswarte der Diavolezza. Bequem erreichbar mit einer Seilbahn. Zum Munt Pers auf 3207 Metern ist es von dort gerade mal noch eine Stunde.

Doch die Gegend ist zu schön, um den vergnüglichen Wanderspaß so kurz zu halten. Deshalb lohnt es sich, nicht mit der Bahn zur Diavolezza zu fahren, sondern den Wanderweg unter die Sohlen zu nehmen. Ein bisschen Fitnesstraining ist gesund und in welchem Fitnessstudio bekommt man schon solch ein Panorama geboten?

Der Weg zur Diavolezza ist gut ausgebaut und einfach zu begehen. Anfangs ein breiter Fahrweg zweigt man bald auf einen Wanderweg ab. Etwa auf halber Höhe liegt wunderschön der Laj da Diavolezza. Ein Ort, an dem man gut ein bisschen verweilen und Pause machen kann.

Lädt zum Pausieren ein: der Laj da Diavolezza

Lädt zum Pausieren ein: der Laj da Diavolezza

Danach wird es ab und zu etwas steiler und gerölliger. Wenn man die Bergstation bereits vor Augen hat und meint, diese so gut wie erreicht zu haben, muss man nochmal einen recht großen Linksschwenk machen. Es geht kurzzeitig über Schneereste aus dem letzten Winter.

Diavolezza - die Bergstation in Sicht

Diavolezza – die Bergstation in Sicht

Von der Scharte beim Diavolezzafirn aus kann man den Piz Queder (3066 m) besteigen, ebenfalls ein leichter 3000er. Auch zum Piz Trovat führt von hier aus ein Abzweig. Zwei Klettersteige führen hinauf. Ein mittelschwerer Sportklettersteig im Schwierigkeitsgrad C, der auch für sportliche Familien (ab 12 Jahre) geeignet ist, und ein sehr anspruchsvoller Klettersteig im Schwierigkeitsgrad E. Letzterer ist nur für sehr erfahrene Klettersteiggeher geeignet.

Diavolezza - im Hintergrund der Munt Pers

Diavolezza – im Hintergrund der Munt Pers

Wer zum Munt Pers will, geht weiter zur Bergstation Diavolezza. Auf der großen Panoramaterrasse kann man sich von den Strapazen des Aufstiegs erholen, bevor es weiter geht. Eine Stunde noch dauert der Aufstieg. Wobei es nach der Hütte erst mal ein ganzes Stück ohne nennenswerte Steigung geradeaus geht. Anfangs ist es ein guter Wanderweg, später geht es über Blockwerk. Der letzte Anstieg führt in Serpentinen in moderater Steigung zum Gipfel des Munt Pers.

Ein großes Riesensteinmannl markiert den höchsten Punkt. Hier lässt es sich verweilen. Schauen, Staunen, Sein. Wer ein Fernglas dabei hat, kann kucken, ob jemand auf dem Biancograt herumturnt.

Aussicht auf den Festsaal der Alpen: Piz Bernina (rechts) und Piz Palü (links)

Aussicht auf den Festsaal der Alpen: Piz Bernina (rechts) und Piz Palü (links)

Viel zu schnell vergeht die Zeit, schon bald gilt es wieder aufzubrechen und den Heimweg anzutreten. Denn die letzte Bahn zur Talstation fährt leider recht früh.

Der Munt Pers ist eine ideale Wanderung für alle, die gerne einen 3000er besteigen wollen ohne dabei großartigen Schwierigkeiten zu begegnen. Die Aussicht jedenfallls ist grandios!