Sie ist BabyMufflons beste Freundin für gewisse Tage – die liebe Lunette. Eine Menstruationstasse.

Vor einigen Jahren habe ich diesen einzigartigen Hygieneartikel beim Stöbern in einem Outdoorkatalog entdeckt. Das Konzept hat mich gleich neugierig gemacht.

Was ist eine Menstruationstasse?

Eine Menstruationstasse ist ein Becher aus Silikon, den man während der Periode anstatt eines Tampons einführt. Die Tasse fängt das Blut auf und wird 2-3 mal täglich ausgeleert, ausgespült und kann direkt wieder eingesetzt werden. Nach der Periode wird die Tasse einfach einige Zeit zur Desinfektion ins kochende Wasser gelegt. Danach wird sie im Schrank verstaut und wartet dort friedlich auf den nächsten Einsatz.

Vorteile eines Tässchens

Damit liegen die Vorteile klar auf der Hand:

  • Umweltschutz: das gute Tässchen ist wiederverwendbar und folglich einiges besser für die Umwelt als Tampons und Binden, bei denen man einmal im Monat einen Badezimmereimer voll Müll produziert. Bei guter Pflege kann man eine einzige Menstruationstasse über 10 Jahre hinweg verwenden. Man stelle sich mal den Berg an Müll vor, den man in der selben Zeit mit Tampons/Binden produziert hat!
  • Finanzen: Wenn man sich ausrechnet, was ein 10-Jahresvorrat Tampons/Binden kostet, spart man auch noch einiges an Geld.
  • Vorrat kann nicht ausgehen: man muss nie mehr dran denken, rechtzeitig neue Ware nachzukaufen bzw. auf Reisen genug Hygieneprodukte mitzunehmen. Oder sich Gedanken machen, wo man bei längerem Auslandsaufenthalt Tampons/Binden kaufen kann. Man packt einfach die Tasse ein und hat schon alles dabei, was man braucht.
  • Enorme Tragedauer = Freiheit: Im Gegensatz zu Tampons, die man alleine wegen TSS alle 3-4 Stunden wechseln muss, kann die Menstasse den ganzen Tag getragen werden. Morgens unter der Dusche ausspülen, rein damit und man hat den ganzen Tag seine Ruhe. Das ist besonders praktisch, wenn man unterwegs ist. Auf Reisen und gerade beim Wandern hat man nunmal nicht ständig eine brauchbare Toilette verfügbar. Abends vor dem Schlafen gehen wird sie dann nochmal ausgeleert und gereinigt. Man muss sich also nur zwei mal pro Tag um die Periode kümmern. Diesen Gedanke fand ich faszinierend und das Tolle ist: es funktioniert tatsächlich!
  • Kein TSS: Im Gegensatz zu Tampons werden Menstruationstassen nicht mit TSS in Verbindung gebracht.
  • Scheidenfreundlich: Da die Tasse nicht wie Tampons alle Flüssigkeit aufsaugt, wird die Scheide nicht ausgetrocknet. Das freut vor allem Frauen, die anfällig für Scheidenpilz sind.
  • Abflussfreundlich: Jeder kennt das Problem – man ist irgendwo zu Besuch und findet im Bad keinen Abfalleimer, in dem man den benutzten Tampon/Binde diskret verschwinden lassen kann. Was tut man also? Man versenkt das Ding im Klo. Und verursacht damit schlimmstenfalls eine Verstopfung. Kann einem mit Menstruationstasse nicht passieren.
  • Selbsterkenntnis: Durch den Gebrauch der Menstruationstasse lernt man seinen Körper und die Periode besser kennen. OK, vielleicht will man das gar nicht. Trotzdem ist es interessant, mal zu sehen, wie viel Blut tatsächlich an den Tagen aus einem rausfließt. Und welche Konsistenz und Farbe es hat.

Nachteile

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Ein paar Nachteile hat die Menstruationstasse durchaus.

  • Lernaufwand: die Eingewöhnungszeit bis das Einsetzen und vor allem das Rausnehmen reibungslos geklappt hat, hat zugegebenermaßen bei mir etwas länger gedauert. Auch hier kann man nur sagen: Übung macht den Meister. Nicht aufgeben – immer weiter üben, irgendwann klappt es. Zum ‚Trockenüben‘ ohne Periode hat sich übrigens Gleitgel bewährt – dann flutscht’s.
  • Für Teenies vielleicht lieber nicht: auch wenn die Hersteller die Tasse ab der ersten Periode empfehlen. Ich weiß nicht recht. So eine Menstasse ist schon recht groß. Wenn ich mich an meine Tamponanfänge in der Jugend zurückerinnere, fällt mir ein, dass ich  mich damals schon mit Minitampons recht schwer getan habe.
  • Ausspülen unterwegs: das Ausspülen der Tasse ist so lange kein Problem wie man eine Toilette mit Waschbecken oder eine Dusche verfügbar hat. Andernfalls muss man sich eine Wasserflasche mit aufs Klo nehmen und die Tasse damit ausspülen. An den starken Tagen ist das durch die Blutmenge eine ziemliche Sauerei. Wer kommt schon gerne mit blutverschmierten Händen und einer blutverschmierten Wasserflasche aus der Toilettenkabine? Es geht schon mal, ich muss es aber nicht öfters haben. Genausowenig würde ich die Tasse auspinkeln und wieder einsetzen, wie auf einigen Seiten empfohlen wird. Das klingt mir zu eklig und ich kann mir nicht vorstellen, dass das hygienisch sein kann. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Insgesamt überwiegen für mich absolut die Vorteile dieses Produkts. Ich habe mich konkret für die Lunette entschieden. Anfangs hatte ich einen Mooncup. Der hatte allerdings einen sehr dicken Stiel, der immer gedrückt hat. Also habe ich ihn abgeschnitten und dann große Schwierigkeiten beim Herausnehmen. Die Lunette hat einen sehr weichen, flexiblen Stiel, der nicht zu spüren ist. Größenmäßig habe ich Modell 2, also die größere Version genommen. Mit der komme ich auch an starken Tagen mit zwei Mal spülen aus. Ist wahrscheinlich ziemlich individuell, mit welcher Marke und welchem Modell man am besten zurecht kommt.

Eine tolle Übersicht über die verfügbaren  Modelle und viele nützliche Informationen rund ums Thema Menstruationstasse findet ihr auf afriska.ch.

Meine Lunette würde ich im Leben nicht mehr hergeben. Es ist mir ein Rätsel, warum nicht mehr Frauen die Genialität der Menstruationstassen entdecken. Da leistet vermutlich die milliardenschwere Tampon- und Bindenindustrie ganze Arbeit.

Ich kann jede Frau nur ermutigen – trau Dich! Kauf Dir eine Menstasse und entdecke einen neuen Weg, die Tage zu verbringen.