Nostalgische Bähnlefahrt, rustikale Berghütten, atemberaubende Ausblicke auf klangvolle Eisriesen wie Eiger, Mönch und Jungfrau, Gipfelfreude, Seeidylle und ungetrübtes Wandervergnügen auf perfekt gewarteten Wege. Das alles und noch viel mehr erwartet den Wanderer auf dem Weg von Widerswil nach Grindelwald. 

Eine perfekte Unternehmung für alle Schweiznovizen, die sich mit der eindrucksvollen Landschaft der Eidgenossen vertraut machen wollen. So ist es auch eine der ersten Wanderungen, die das alsnuff-Team in der Schweiz unter die Sohlen genommen hat. Lange bevor wir ahnten, dass wir dieses wunderschöne Land einmal unsere Heimat nennen dürfen.

Noch in der Morgenkälte brechen wir in Grindelwald auf und fahren mit dem – selbstverständlich pünktlich auf die Minute abfahrenden – Zug nach Widerswil. Dort startet dann das eigentliche Abenteuer mit einer Fahrt auf die Schynige Platte. Wie so oft in der Schweiz fährt uns keine neumodische Gondelbahn, sondern eine richtig knarzige, nostalgische Zahnradbahn mit Holzbänken nach oben. So macht schon das Hochfahren riesig Spaß.

Mit der nostalgischen Bahn geht es auf die Schynige Platte

Mit der nostalgischen Bahn geht es auf die Schynige Platte

Oben angekommen begeben wir uns sogleich auf Wanderschaft. Wir haben einen perfekten Tag erwischt – die Sonne lacht vom blauen Himmel. Wir können uns gar nicht sattsehen an den majestätischen Bergen, die mächtig auf der anderen Seite des Tals emporragen. Satte grüne Wiesen im Kontrast zu eindrucksvollen Fels- und Eisbollwerken. Für uns ist dieser Anblick sinnbildlich für die Schweiz.

Haarige Gesellen

Haarige Gesellen

Es geht zunächst auf einem Panoramaweg über Daube und Oberberghorn, die wir als erste Gipfelchen des Tages erstürmen. Am Oberberghorn gibt es ein paar steile Holztreppen, die aber keinerlei Problem darstellen, sofern man nicht vollkommen schlecht zu Fuß ist. Aber in dem Fall wird man sich vermutlich gar nicht auf eine so weite Wanderung begeben.

Auf steiler Treppe zum Oberberghorn

Auf steiler Treppe zum Oberberghorn

Danach geht es weiter – zunächst fast gerade, dann leicht ansteigend bis zum Berghaus Männdlenen, wo man ausgiebig seinen Hunger und Durst stillen kann. Wer es gerne sehr gemächlich hat, kann aus der Wanderung auch eine 2-Tages-Unternehmung machen und im Berghaus eine Übernachtung einlegen. Wir sind natürlich noch jung, frisch und voller Bewegungsdrang, so dass wir uns nicht lange an der Hütte aufhalten und rasch weiterziehen Richtung Faulhorn. Für den Aufstieg hängen wir uns an vorausgehende Wanderer an und trotten in ihrem Windschatten kraftsparend gen Gipfel. Auch wenn es gegen Eiger, Mönch und Jungfrau wie ein Grashuckel wirkt, hat das Faulhorn eine stattliche Höhe von immerhin 2681 Metern.

Wunderschöne Ausblicke alle Zeit

Wunderschöne Ausblicke alle Zeit

Nachdem wir nun schon so weit gewandert sind, genießen wir auf der Höhe des Tages ein ausgiebiges Vesper und können uns dabei an der faszinierenden Landschaft immer noch nicht satt sehen.

Auf dem Faulhorn steht übrigens ein rustikales Berghotel. Wer die Gelegenheit zur Übernachtung im Berghaus Männdlenen verpasst hat, hat hier nochmals die Chance, sich zu einer Nächtigung zu entscheiden. Vorausgesetzt es hat noch Plätze frei, was ohne Voranmeldung bei herrlichem Wetter zur Hauptsaison eher unwahrscheinlich sein dürfte.

Auch Kühe dürfen auf dieser Wanderung nicht fehlen

Auch Kühe dürfen auf dieser Wanderung nicht fehlen

Faulenzen auf dem Faulhorn macht mächtig Spass. Doch irgendwann ist es an der Zeit, uns auf den Weg nach unten zu begeben. Gemächlich schlendern wir abwärts auf breitem Weg bis wir zum nächsten höchst einladenden Pausenplatz kommen, den wir uns nicht entgehen lassen wollen – den Bachalpsee. Es spiegeln sich Schreckhorn und Finsteraarhorn in den sanft wogenden Wellen. Wohlig mummeln wir uns ein am Ufer des Sees und tun nichts als kucken und sein. Solche Tage sollten niemals enden. Wir saugen die friedliche Stille, das wundervolle Panorama und das Gefühl von Freiheit in uns auf.

Bachalpsee mit Finsteraarhorn

Bachalpsee mit Finsteraarhorn

Da wir bedauerlicherweise keine Utensilien zum Biwakieren an Bord haben, müssen wir uns schliesslich von der Traumkulisse losreißen und den Heimweg antreten. Es geht nach First, wo man mit der Bahn nach Grindelwald gondeln kann – sofern man nicht die letzte Fahrt verpasst hat. Alternativ für noch nicht ausgelastete Füße – bzw. in letzterem Fall gezwungenermaßen – führt ein einfacher Wanderweg nach unten. In Grindelwald kann man sich dann wieder in das asiatisch geprägte Getümmel der Touristen stürzen.