Du willst Dich gerne behutsam ans Klettersteiggehen rantasten? Du möchtest nicht gleich mit einem Klettersteig mit vielen Leitern und senkrechten Felspassagen anfangen? Dann ist der Gelbe-Wand-Steig am Tegelberg im Allgäu genau das Richtige für Dich, um erste Klettersteigluft zu schnuppern. 

Die Gelbe Wand ist als Klettersteig der Kategorie A klassifiziert. Das ist die leichteste Klettersteigkategorie und kann von geübten Berggängern gut ohne Klettersteigset begangen werden. Wer sich sicherer fühlt, kann sich – wie auf Klettersteigen üblich – an den großzügig vorhandenen Drahtseilen einhängen. Der Steig ist als Lehrpfad angelegt. Es kommen also immer wieder Lehrtafeln mit Informationen über alles, was rund ums Klettersteiggehen relevant und interessant ist.

BabyMufflon übt sich als Bergziege

BabyMufflon übt sich als Bergziege

Los geht’s bei der Talstation der Tegelbergbahn. BabyMufflon ist zugegebenermaßen ein bisschen angespannt. ‚Gelbe Wand‘, ‚Klettersteig‘ – das klingt nicht nach gemütlichem Spaziergang. Aber ab und zu ist es nicht verkehrt, seine Komfortzone für ein kleines Abenteuer zu verlassen. Also fasst es sich ein Herz und marschiert zusammen mit PapaMufflon los. Zum Eingehen geht es eine Weile über Gehgelände. Dann kommt die erste steile Stelle zum Kraxeln. Es geht durch gut gestuftes Gelände, so dass man auch ohne zu Hilfenahme des Drahtseils nach oben kommt. Es ist Geschmackssache, ob man sich lieber am Seil hochhangeln oder reinen Felskontakt möchte. Es ist steiles Gelände, aber die Tritte und Griffe sind groß und der Fels nicht bröckelig. BabyMufflon packt seine integrierte Bergziege aus und meistert die Stelle mit Bravour. Dass es für PapaMufflon kein Problem ist, sich in diesem Gelände zu bewegen, muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden.

Kraxelei an der Gelben Wand

Kraxelei an der Gelben Wand

Zwischendurch kommen immer wieder Stellen mit ganz normalem Wanderweg. Man hängt also keineswegs die ganze Zeit in einer ausgesetzten Wand. Gerade für Anfänger und kleine Angsthasen ist das eine angenehme Sache. Eine kurze Stelle ist mit ein paar wenigen Eisenstiften (ich glaube, es waren sogar nur zwei Stück) ausgestattet, über die man ein kurzes Wandstück quert. BabyMufflon kommt es sehr entgegen, dass weder eine Leiter zu begehen ist noch eine Wand über Eisenbügel erklommen werden muss. Diese schmalen, runden Eisentritte sind ihm suspekt.

Und nochmal BabyMufflons Hintern...

Und nochmal BabyMufflons Hintern…

Ein weiterer Vorteil: es geht permanent als nuff. Nach unten werden wir einen der zahlreich vorhandenen normalen Wanderwege nehmen. Bergab gehen und klettern ist immer ein bißchen schwieriger als nach oben. Wobei das vielleicht auch nur ein Gerücht ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich beim Aufstieg an vielen Stellen denke ‚Oh je, oh je – Wie sollst Du da jemals wieder runter kommen?‘. Und beim Abstieg stellt sich alles als ganz problemlos heraus.

Wem der Gelbe-Wand-Steig zu langweilig ist, der kann zwischendrin auf den Tegelbergsteig abbiegen. Er startet gleich mit einer langen, senkrechten Leiter und ist einiges anspruchsvoller als die Gelbe Wand. Eingestuft ist er als Kategorie C. Wer damit noch nicht ausgelastet ist und noch mehr Abenteuer möchte, kann auch noch den Fingersteig dranhängen. Dieser ist Kategorie D und damit ziemlich schwierig. Teilweise klettert man am Fingersteig sogar überhängend.

Startleiter zum Tegelbergsteig

Startleiter zum Tegelbergsteig

Wir begnügen uns als Genußwanderer mit der Gelben Wand. Man soll ja nicht gleich übertreiben. BabyMufflon ist jedenfalls – auch wenn es ’nur‘ ein A-Klettersteig ist und wahrscheinlich für die meisten nicht der Rede Wert ist, mächtig stolz auf sich, als es am Ende des Steigs ankommt.

Yeah - geschafft! Nur für Geübte *stolz*

Yeah – geschafft! Nur für Geübte *stolz*

Nachdem die Gelbe Wand erfolgreich durchstiegen ist, stehen dem Wanderer mannigfaltige Möglichkeiten zum Weiterwandern bzw. für den Abstieg zur Verfügung. Es bietet sich an, noch den Branderschrofen zu besteigen. Für den Abstieg kann man entweder die Bahn wählen, sofern man sich in der gelben  Wand verausgabt hat und keine weiteren Strapazen mehr möchte. Wer noch Saft hat, kann zu Fuß absteigen über den Schutzengelweg oder über  Marienbrücke und Pöllatschlucht.

 

P.S.

Wir möchten uns in aller Form dafür entschuldigen, dass viele der Aufnahmen in diesem Bericht sehr ‚BabyMufflon-Hintern-lastig‘ sind. Das liegt daran, dass PapaMufflon in dem steilen Gelände immer von unten her fotografieren musste.