Eine lange Familientradition, die vor nunmehr über 50 Jahren von meinen Großeltern zum Leben erweckt wurde, sind regelmäßige Aufenthalte im Allgäu. Genauer gesagt im Raum Füssen/Schwangau. Denn wo König Ludwig II. einst seine traumhaften Märchenschlösser erschaffen ließ, fühlen auch wir uns äußerst wohl.

Nun liegt es in der Natur der Berge, dass dort des öfteren der Himmel seine Pforten öffnet und vor Rührung über diese herrliche Landschaft einige Tränen vergießt. So haben auch wir schon diverse Regentage im Allgäu verlebt. Mit der Zeit haben sich einige Touren herauskristalisiert, die man sehr gut auch bei strömendem Regen durchführen kann. Eine gute Regenjacke, ggf. Regenhose und imprägnierte Schuhe vorausgesetzt.

Drehhütte – kleine Wanderung, großer Genuß

Sehr beliebt für Schlechtwettertage, aber genauso für eine kleine Unternehmung am An- oder Abreisetag, ist der Aufstieg zur Drehhütte.

Startpunkt ist der Parkplatz der Tegelbergbahn oder – noch praktischer – der Parkplatz beim Outward Bound Center. Der Aufstieg erfolgt großteils auf einem geteerten Weg, so dass keine Schlammschlacht zu befürchten ist. Nach etwa einer Stunde hat man es geschafft und kann in der urigen Hütte einkehren. Je schlechter das Wetter, umso gemütlicher ist es drinnen. Und sollte das Wetter mal gut sein – auch nicht schlimm – dann kann man draussen auf der Terrasse Platz nehmen und den Tegelberg mitsamt jeder Menge Gleitschirmflieger bewundern. Und sich dabei das leckere Essen schmecken lassen.

Drehhütte

Drehhütte

Im Winter kann man den Weg nach unten per Rodel zurücklegen.

Wer noch Lust zum Weiterwandern hat, kann in ca. 30 Minuten weiter zur Rohrkopfhütte aufsteigen.

 

Runde über den Kalvarienberg

Los geht es in Bad Faulenbach. Von hier aus wandert man zum Lechfall. In mehreren Stufen tost das Wasser 12 Meter in die Tiefe und fließt dann in den Forggensee. Nach der Brücke über den Lechfall geht es nach links weiter zur Kirche ‚Unserer lieben Frau am Berg‘. Ab hier startet der Stationenweg auf den Kalvarienberg. Diverse kleine Kapellchen zeigen den Leidensweg Christi. Nach 11 Stationen hat man es geschafft und steht auf dem Gipfelchen des immerhin 953 Meter hohen Berges. Mit schöner Aussicht über Füssen und auf die Königsschlösser.

Der Abstieg kann entweder auf dem gleichen Weg erfolgen oder man dreht entsprechend eine Runde um den Berg herum über Hutlersberg zurück nach  Bad Faulenbach.

Wer mag kann die Runde noch erweitern, in dem er weiter zum Schwansee geht, diesen umrundet und dann über das Königssträßchen und Ziegelwies zurück nach Bad Faulenbach gelangt.

 

Diverse Seenumrundungen

Alpsee

Der wunderschöne Alpsee liegt unmittelbar in der Nähe des Schlosses Hohenschwangau. Starten kann man also vom Parkplatz bzw. der Bushaltestelle der Königsschlösser. Für die Umrundung benötigt man etwa 2,5 Stunden, es gilt etwas über 200 Höhenmeter zu überwinden. Wem das zu viel ist, für den sind vielleicht die nächsten beiden Tipps etwas. Unterwegs hat man immer wieder herrliche Blicke auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein. Ab und zu begegnen einem unterwegs kleine Minifröschlein – so süß!

Weißensee

Noch einfacher ist die Umrundung des Weißensees. Sie startet am Parkplatz Fischbichl am Ostende des Sees (an der Straße Richtung Hotel Alatsee. Der Weg ist dann nicht zu verfehlen – es geht ohne nennenswerte Steigung direkt am Ufer entlang. Mit ein bißchen Glück versüsst eine spielende Blaskapelle den Rundgang.

Hopfensee

Aller guten Dinge sind drei. Ja, die Gegend um Füssen herum ist wirklich reich an Seen, die zu Umrundungen einladen. Der dritte im Bunde ist der Hopfensee. Los geht es in Hopfen am See. In zwei Stunden ist man einmal um den See rum. Auch dieser Weg verläuft meistens direkt am Ufer entlang.

 

Vom Alatsee zur Salober Alm

Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Alatsee. Den See kann man auch von Füssen aus über Bad Faulenbach am Faulenbach entlang zu Fuß erreichen. Vom Alatsee aus ist man in knapp 40 Minuten auf der Hütte. Dabei sind gut 200 Höhenmeter zu überwinden. Ein kleines bißchen kommt man also ins Schwitzen. Auf der Salober Alm kann man sich jedoch sogleich mit einem guten Radler und leckerem Essen belohnen.

Am Alatsee spielt übrigens der Krimi ‚Seegrund‚ aus der Kluftinger-Reihe, die ich allen Krimifans wärmstens empfehlen kann.

 

Breitenberg –  1000 Höhenmeter machen trotz Regen

Wer trotz strömendem Regen einen Gipfel erklimmen will, dem sei der Breitenberg ans Herz gelegt. Von Pfronten-Steinach aus führt ein Weg unterhalb der Breitenbergbahn nach oben. Von der Bergstation aus folgt man dem Weg entlang des Sessellifts und dann ist es nicht mehr weit bis zur Ostlerhütte auf dem Gipfel. Zeitbedarf ca. 2,5 Stunden. Alternativ kann man auch vom Parkplatz Fallmühle aus auf einfachen Wegen zur Ostlerhütte wandern. Auch hier benötigt man 2,5 Stunden. Vorteil ist, dass man bei Regenwetter kaum jemandem begegnet.

 

Mal ohne wandern

Dem König auf der Sput: Schloßbesichtigung Neuschwanstein und/oder Hohenschwangau

Wer sich mal so richtig unter die – meist asiatischen – Touristen mischen will, der sollte den Königsschlössern einen Besuch abstatten. Man darf allerdings nicht erwarten, dass man sich im Schloss frei bewegen darf. Man kommt nur mit Führung in die Gemächer des Kings. Auf dem Ticket steht die genaue Uhrzeit der Führung drauf, an der man teilhaben darf. Zur Hochsaison kann das die ein oder andere Stunde Wartezeit bedeuten. Da die Gruppen ziemlich eng getaktet sind, wird man recht schnell durchs Schloss geschleust. Trotzdem ist der Besuch sehr interessant und einmal muss man das einfach erlebt haben.

Königliche Kristall-Therme Schwangau

Für einen Tag zum Relaxen ist die Kristall-Therme in Schwangau genau das Richtige.  Vom Plantschen in der Therme über Schwitzen in der Sauna bis hin zu Wellness bei Massage und anderen Anwendungen ist alles geboten. Wasserspeiende goldene Schwäne und jede Menge glitzernde Edelsteine schaffen eine ganz besondere Atmosphäre, in der sich bestimmt auch König Ludwig persönlich wohl gefühlt hätte.