Im Oktober vor einigen Jahren (genau genommen ist es beinahe 10 Jahre her…) begab es sich, dass wir mit unseren Eltern einen sog. ‚Seniorenförderurlaub‘ im Kleinwalsertal verbrachten. In der Regel finden bei diesen Aufenthalten gemütliche, beschauliche Wanderungen statt. Doch an diesem Tag wollen wir uns nach dem gemeinsamen Aufstieg zur Ifenhütte von der Gruppe abseilen und dem Hohen Ifen einen Besuch abstatten.

Aufstieg von der Ifenhütte Richtung Hahnenköpfle

Aufstieg von der Ifenhütte Richtung Hahnenköpfle

Und so macht es sich BabyMufflons Mama im Liegestuhl vor der Hütte gemütlich, PapaMufflons Eltern steigen noch ein Stück in Richtung Hahnenköpfle mit auf, bevor wir uns auch von ihnen verabschieden. Wir wollen uns am Abend in unserer Ferienwohnung wieder treffen.

Durch Geröll am Hohen Ifen

Durch Geröll am Hohen Ifen

Kurz vor dem Hahnenköpfle zweigt der Steig auf den Hohen Ifen nach links ab. Es geht – teils schon ein bißchen winterlich – durch Geröll nach oben.

Steilstufe in der Ifenmauer

Steilstufe in der Ifenmauer

Beim Durchstieg der Felspassage kurz vor dem Gipfeldach sind einige Drahtseilsicherungen angebracht, für die wir bei den eisigen Bedingungen dankbar sind.

Seilversicherte Stelle im Aufstieg bei leicht winterlichen Bedingungen

Seilversicherte Stelle im Aufstieg bei leicht winterlichen Bedingungen

Sobald die Felsstufe überwunden ist, haben wir es gleich geschafft. Wir entern das geräumige Gipfeldach. Ab hier kann man gemütlich zum Gipfel bummeln.

Bald geschafft!

Bald geschafft!

Am Gipfel schießen wir erst mal eine Runde Gipfelbeweisfotos. Wir sind nicht alleine. Aus dem Rucksack kommt noch MiniMuff gekrabbelt – unser haariges Haustier. Wir lassen uns das Vesper schmecken und lassen den Blick schweifen über Gottesacker und Widderstein.

Auf dem Hohen Ifen - mit Minimuff dem haarigen Gesellen

Auf dem Hohen Ifen – mit Minimuff dem haarigen Gesellen

Gottesacker vom Hohen Ifen aus

Gottesacker vom Hohen Ifen aus

Für den Rückweg gilt es eine Entscheidung zu treffen. Entweder wir gehen wieder zurück über die Ifenhütte. Das ist die kürzere Variante. Allerdings haben wir im Aufstieg festgestellt, dass der Weg stellenweise vereist ist. Grödel oder dergleichen haben wir natürlich nicht dabei. Die Alternative ist der Abstieg über die Ifersgunt – und Schwarzwasserhütte. Dieser Abstieg ist südseitig und vermutlich schnee- und eisfrei. Allerdings ist er bedeutend länger. Statt 1,5 Stunden werden wir vermutlich 3,5 Stunden zurück zur Auenhütte benötigen. Da wir den Tag gemütlich gestartet haben, ist die Zeit schon etwas fortgeschritten und Anfang Oktober sind die Tage bekanntlich nicht mehr allzu lang. Wir wählen schließlich die längere, aber sicherere Variante.

Abstieg auf der Südseite

Abstieg auf der Südseite

Auch auf der Südseite gibt es einige felsige Stellen. Alle seilversichert. Wie wir vermutet haben, ist der Weg schneefrei und trocken. Vor allem BabyMufflon ist froh, dass wir diesen Abstieg gewählt haben. Blöd nur, dass die Zeit immer weiter fortschreitet. Als wir die Schwarzwasserhütte erreichen, herrscht bereits Abendstimmung. Und wir haben noch 1,5 Stunden bis zur Auenhütte. Von dort wollen wir mit dem Bus zurück nach Riezlern. Eine Pause an der Schwarzwasserhütte wäre toll – es gibt dort ausgesprochen leckere panierte Schnitzel. Leider ist das zeitlich nicht drin und wir eilen weiter. Hinab zur Melköde. Und dann in Richtung Auenhütte. Wir fragen uns so langsam, wie lange die Busse wohl fahren. Die Antwort auf diese Frage erhalten wir prompt als wir die Hütte erreichen. Der letzte Bus ist schon lange weg! Das bedeutet für uns: nochmal 1,5 Stunden Fußmarsch bis Riezlern. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Unsere Eltern machen sich bereits Sorgen, wo wir abgeblieben sind. Da wir kein Handy dabei haben, können wir leider nicht Bescheid geben, dass wir on the way sind. Die letzten Kilometer ziehen sich und die Füße schmerzen ganz schön. Und so sind wir heilfroh als wir endlich unser Quartier in Riezlern erreichen. Wir werden freudig und erleichtert begrüßt, denn unsere Familie war bereits kurz davor, eine Vermisstenmeldung aufzugeben. Und zur Belohnung, dass wir wieder daheim sind, gibt es eine große Portion Spaghetti Bolognese für alle, die unsere Mamis in der Küche gezaubert haben.