Ohne meine Fototasche beginne ich keine Wanderung. Als ich vor Urzeiten meine digitale Spigelreflexkamera gekauft habe, ist mir schnell klar geworden, dass sie schutzbedürtig ist. Vor allem, wenn wir immer schwierigere Bergtouren machen wollen. Sie ist viiiel größer als die Kompaktkamera, die ich davor mein Eigen nannte. Deswegen war die Wanderhose keine Option mehr.

Relativ flux bin ich darauf gekommen, dass ich eine Colttasche haben will. Sie verbindet Kameraschutz mit schnellem Zugriff – falls plötzlich ein Steinbock aus dem Gebüsch hervorspringt. Ich weiss nicht mehr, wie die Jimmy Bo meine Aufmerksamkeit errungen hat, aber lange hatte ich nicht gesucht. Vielleicht weil sie Minimalismus und Design so gekonnt verbindet. Dennoch hat sie alles an Ausstattung, was ich mir wünsche: ein Hauptfach für die Kamera – mit etwas Drücken passt sogar das 300er samt Body rein. Ebenso eine Seitentasche für das Smartphone oder Filter und Einsätze für Speicherkarten. Mehr nicht. Genügt mir aber vollauf.

Am Gipfel mit der Crumpler

Am Gipfel mit der Crumpler

 

Platz für ein Wechselobjektiv ist eher nicht. Falls ich eins mitschleppe, landet es im Rucksack. Da ich jedoch den Schwerpunkt auf das Wandern lege und nicht auf das Fotografieren (bitte kein Zeitplan wann man wo zu sein hat), langt mir das. BabyMufflon hätte wahrscheinlich eh keine Nerven dafür, wenn ich ständig stehenbliebe, mehrere Objektive ausprobieren würde und noch mit Stativ und Filter herumhantieren würde. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht für Objektivwechsel auf absturzgefährdeten Bergwegen gemacht bin.

Hin und wieder hänge ich aber durchaus mal an einem Klettersteig und habe nur eine Hand frei. Da ist es natürlich prima, dass nur eine Hand notwendig ist, um an die Kamera zu kommen. Manchmal fände ich es dann besser, wenn in luftiger Höhe die Kamera noch mit einer Schlaufe an die Tasche befestigt ist – nur zur Sicherheit, dass sie mir nicht aus der Hand rutscht. Das werde ich mir vielleicht mal als Update basteln.

Auch auf Klettersteigen eine gute Figur - die Crumpler Jimmy Bo 400

Auch auf Klettersteigen eine gute Figur – die Crumpler Jimmy Bo 400

Sowieso habe ich schon an der Tasche rumgeschnippelt: den Oberschenkelgurt habe ich abgeschnitten. Da die 400er Jimmy Bo eine relativ kompakte Tasche ist, braucht’s den nicht. Die Schnipselei hat jedoch nichts an der Wettertauglichkeit geändert. Regen und Schnee (wenn es kein Wolkenbruch ist) können der Kamera nichts anhaben. Die Natur ist auch kein Spielverderber: Felsen und Bäume schuppern sich zwar hin und wieder mal an der Tasche, die Kamera ist aber wohlbehütet. Ab und zu fällt mir die Tasche auch mal auf die Erde – auch hier passiert meistens nichts. Nur einmal war leider der Aufprall zu hart; ein Objektiv durfte dran glauben 🙁 Das schreibe ich aber eher meiner Dusseligkeit als dem Jimmy Bo zu…

Einsatz in der arabischen Wüste

Einsatz in der arabischen Wüste

Nach mittlerweile über sechs Jahren leistet sie mir immernoch gute Dienste – wenn auch erheblich blasseren Aussehens. Irgendwann gönne ich mir vielleicht mal wieder eine neue Tasche. Doch oh weh, es wird nicht mehr die gleiche sein, denn die gibt es nicht mehr. Am ehesten kommt da noch die Quick Escape ran. Die sieht doch auch ganz nett aus 😀

Alt aber rüstig

Alt aber rüstig