Nur wenige Tage nachdem wir uns mit Regel Nr. 1 zum Sonnenschutz vertraut gemacht hatten, gab es auch schon die nächste Lektion. Hochmotiviert brachen wir zu einer Wanderung auf den Steineberg auf. Nun ist es so, dass auf den Steineberg eine fast 20 Meter lange Leiter führt. Nichts für ängstliche Gemüter. Macht aber nix. Denn es führt auch ein einfacher Weg auf den Gipfel. Also einigten wir uns darauf, dass PapaMufflon die Leiter nehmen und BabyMufflon den Gipfel über den normalen Weg erklimmen sollte.

PapaMufflon flitzte also flink die Leiter nach oben. Und stand – schwupp di wupp – keine fünf Minuten später am Gipfel. BabyMufflon dagegen bummelte gemütlich den Normalweg vor sich hin und brauchte einige Zeit länger. PapaMufflon wurde es indes am Gipfel langweilig und er begann zu denken. Und er dachte sich, daß BabyMufflons Weg bestimmt gar nicht zum Gipfel führt, sondern zur weiter unten gelegenen Alpe. Deshalb machte er sich flugs auf den Weg dorthin und begab sich auf den Abstieg.

In der Zwischenzeit näherte sich nun fröhlich trällernd und an nichts Böses denkend BabyMufflon dem Gipfelkreuz. Doch was war das? Der Gipfel war verlassen! Keine Spur von PapaMufflon. Er wird doch nicht von der Leiter gefallen sein? Also schnell einen schwindelerregenden Blick über die Leiter nach unten geworfen. Nichts in Sicht. Trotz Erleichterung, dass PapaMufflon nicht abgestürzt war, stieg bei BabyMufflon die Panik des Verlassenen auf. Der dichte Nebel, der an diesem Tag über der Nagelfluhkette waberte, tat sein übriges dazu.

Wo konnte PapaMufflon geblieben sein? Es war einer der seltenen Momente, in denen man es bereut, kein Handynutzer (die Zeit der Smartphones war noch nicht angebrochen) zu sein. Da mehrere Wege vom Gipfel weg führten und BabyMufflon nicht wusste, über welchen PapaMufflon entschwunden war, entschloss es sich, an Ort und Stelle zu verharren. In der Hoffnung, dass PapaMufflon wieder auftaucht. Die Zeit verging. Und PapaMufflon blieb verschwunden.

PapaMufflon war sich derweilen nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, bei mehreren vorhandenen Wegen BabyMufflon entgegen gehen zu wollen. Ohne genau zu wissen, aus welcher Richtung BabyMufflon kommen würde. Als der Weg sich wiederholt gabelte, realisierte er, dass es wohl unwahrscheinlich war, auf diese Art BabyMufflon wiederzutreffen. Also kehrte er um und machte sich eiligst auf zurück zum Gipfel.

BabyMufflon war schon kurz davor, sich traurig alleine auf den Heimweg zu machen. Da sprang ganz unverhofft PapaMufflon aus dem Nebel hervor. Welch große Freude auf beiden Seiten! Endlich hatten wir uns wieder! Beide wohlbehalten. So konnten wir mit einiger Verspätung doch noch gemeinsam ans Gipfelkreuz des Steineberg klopfen und uns dann in trauter Zweisamkeit auf den Heimweg begeben.

Lessons learned aus diesem Erlebnis: wir gehen nicht mehr ungeplant unterwegs getrennter Wege. Sollte es sich doch mal ergeben, dann verabreden wir einen genauen Treffpunkt, an dem aufeinander gewartet wird.

 

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