Über den Touristensteig nach oben

Er ist einer der vielen imposanten Riesen der Dolomiten: der Schlern. Seine markante Form erinnert ein bisschen an ein schlafendes Nashorn. Das Schlernmassiv wartet mit diversen Gipfeln auf. Für den gewöhnlichen Wanderer wie wir es sind, bietet sich der Gang auf den Petz an, der mit 2564m der höchste Punkt ist. Nashorn, Bär – es scheint also eine tierreiche Angelegenheit zu werden…

Auf dem Weg zum Schlern

Auf dem Weg zum Schlern

Wir wählen den, wie der Name Touristensteig vermuten lässt, bequemsten Weg nach oben. Mit Turnschuhen sollte man dennoch nicht losziehen, der Weg ist unterwegs durchaus etwas steinig. Los geht es am Parkplatz des Spitzbühllifts an der Seiseralmstraße. Die Fahrt mit dem Lift sparen wir uns und marschieren fröhlich direkt los. Über zu viel Sonne können wir uns heute nicht beklagen. Es ist stark bewölkt und Regen liegt in der Luft. Doch wir wollen uns davon den Tag nicht verderben lassen. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Und wir haben uns gerade erst eingedeckt mit neuen Regenjacken. Nachdem wir jahrelang mit Billigmodellen herumgelaufen sind, die den Name Regenjacke nicht wirklich verdient hatten.

Angriff der Killerkühe

Kurz vor der Saltnerhütte kommen wieder Tiere ins Spiel. Diesmal sind es Kühe. Eine ganze Herde. Und offensichtlich haben sie zu viel Adrenalin im Blut. Sie kommen nämlich bergab über die Wiese direkt auf uns zugestürmt. Ich kann Euch sagen – es ist kein schönes Gefühl, wenn mehrere wildgewordene Kühe Dir entgegen gerannt kommen. Nur ein dünnes Seilchen trennt die Wiese vom Weg. Zwar ist es ein Powerzaun-Seilchen, aber ob das mehrere große Kühe aufhalten kann? Wir machen, dass wir weiterkommen, um einem Zusammenprall zu entgehen. In letzter Sekunde bremsen die in Fahrt geratenen Viecher ab. Jetzt entdecken wir auch den Grund für ihre Aufruhr: ein kleines Schweinchen stolziert munter des Weges und war den Damen offensichtlich nicht geheuer.

Killerkühe nach dem Angriff

Killerkühe nach dem Angriff

Auf dem Haupt des Petz

Nachdem wir der Zertrampelung durch Kuhhufe knapp entgangen sind, passieren wir die Saltnerhütte. Noch haben wir uns keine Pause verdient. Daher begeben wir uns direkt auf den Touristensteig. Bei dem trüben Wetter sind wir alleine unterwegs. Wir steigen über Stock und Stein dem Gipfel entgegen. Kurz vor dem Ziel beginnt es entgültig zu regnen. Das erhöht die Vorfreude auf den Aufenthalt in der warmen, gemütlichen Hütte und ein wärmendes Getränk. Doch zunächst wird der Gipfel des Petz gestürmt.

Gipfelsturm bei Regen

Gipfelsturm bei Regen

Da der Schlern kein spitziger Berg ist, sondern oben eine gewaltige Hochfläche bietet, ist der Petz im Grunde nichts weiter als ein Steinhaufen auf grüner Wiese. Schnell wird das Gipfelbeweisfoto geknipst und dann eilen zwei verfrorene, nasse Gestalten dem Schlernhaus entgegen.

Feuchtfröhliche Ankunft am Schlernhaus

Feuchtfröhliche Ankunft am Schlernhaus

Dort gibt es heiße Suppe zum Aufwärmen. Genau das Richtige bei dem Wetter. Zumal sich bei BabyMufflon eine Erkältung ankündigt. Der Hüttenaufenthalt wird länger als geplant. Wir können uns nicht so recht überwinden, wieder raus ins regnerische Grau zu gehen. Doch irgendwann muss es sein.

Abstieg im Regen

Abstieg im Regen

Der Abstieg erfolgt im Regen ohne besondere Vorkommnisse. Der Boden ist eher steinig als erdig und daher nicht matschig. Die Steine sind nicht von der Sorte, die bei Nässe besonders rutschig werden, so dass es keine schwierige Angelegenheit ist, heil unten wieder anzukommen.

Fazit: eine lohnenswerte, leichte Wanderung auf einen Dolomiten-Klassiker. Auch sehr gut bei Regenwetter zu machen – dank Hütte auf dem Gipfel kann man sich auf halbem Weg trocknen und aufwärmen.