Goldene Wanderregeln findet man in einschlägigen Wanderführern und vielfach im Internet, z.B. beim Deutschen Alpenverein. Doch gerade als Wanderneuling verdrängt man das ein oder andere gerne mal. Auch wir haben im Laufe der Jahre gegen so manche Regel verstoßen – und dabei einiges gelernt. Deshalb haben wir uns entschlossen, eine Beitragsreihe zu starten, in denen wir kleine Geschichten aus unserem Wanderleben erzählen, die zeigen, was passiert, wenn man die Regeln auf die Probe stellt und sie missachtet.

Wanderregel Nr. 1: Habe immer (!) Sonnenschutz dabei – auch an vermeintlichen Regentagen

Im Gebirge herrscht eine höhere Strahlungsintensität, da die Atmosphäre dünner ist und so die UV-Strahlen weniger gefiltert werden. Deshalb bekommt man leichter Sonnenbrand als im Flachland. Je höher wir uns befinden, umso stärker die UV-Strahlung.

Deshalb ist es besonders wichtig, immer ausreichende Vorkehrmaßnahmen zum Schutz vor der Sonne zu treffen.

Klar – wenn im Sommer die Sonne vom Himmel brennt, schmiert man sich vor dem Aufbruch zu einer Wanderung großzügig mit hochprozentiger Sonnencreme ein. Und eine Kappe für auf den Kopf ist auch mit am Start – schließlich will man sich keinen Sonnenstich holen. Doch wie sieht es an einem trüben Tag aus, an dem Regen angesagt ist? Hier eine Geschichte eines Wolkentages aus unseren Wanderanfängen:

Vor vielen, vielen Jahren wollten Klein-PapaMufflon und Klein-BabyMufflon eine Wanderung auf den Hoch Häderich (1565m, Allgäuer Alpen) unternehmen. Der Wetterbericht war nicht besonders vielversprechend. Leichter Regen war angesagt und den ganzen Tag starke Bewölkung. Keine Spur von Sonne. Wozu also mit klebriger Sonnencreme zukleistern, dachten wir uns. Und wozu die Flasche Sonnenmilch mitschleppen? Viel zu schwer. Unnötiger Ballast.

Leicht und unbeschwert trabten wir los. Zunächst verlief alles nach Plan. Unter grauer Wolkendecke wurde der Hoch Häderich erklommen. Da die Wetterlage einen trockenen Eindruck machte, wurde noch die Gratwanderung zum Falken angehängt. Und als wir dort die wohlverdiente Gipfelrast einlegten, geschah das Unerwartete. Die Sonne kam raus. Für sich gesehen eine erfreuliche Entwicklung. Doch unsere noch etwas winterblasse Haut sah das anders. Immerhin hatten wir Hüte dabei, um den Kopf abzuschirmen. Für die Arme konnten wir langärmlige Hemden anlegen, die freilig bei den gut beheizten Temperaturen in der Sonne viel zu warm waren. Wir schwitzten wie Schweine. Hände, Gesicht, Hals-Nacken-Bereich blieben ungeschützt. Sie schmorten auf dem Rückweg – den wir beschleunigen mussten, um aus der Sonne zu kommen – munter vor sich hin. Wir ärgerten uns gewaltig, dass wir unsere Sonnencreme nicht eingesteckt hatten. Zwar holten wir uns keinen hochgradigen, sondern nur leichten Sonnenbrand. Doch auch den sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn die Haut vergisst nicht.

Seit diesem Tag befindet sich die Sonnencreme immer im Rucksack – auch bei strömendem Regen. Denn man weiß nie, ob sich die Sonne noch blicken lässt…

 

Habt ihr auch schon euer persönliches Sonnendesaster erlebt? Schreibt uns Euer Erlebnis in einem Kommentar!