An diesem Sonntag im April wollen wir neben der Natur auch Kultur erleben. Wir planen eine Tour auf den Spital mit anschließender Klosterbesichtigung in Einsiedeln mitsamt einer Audienz bei der schwarzen Madonna. Doch es kommt anders als geplant.

PapaMufflon hatte vor ein paar Jahren schon mal die Ehre, das Kloster Einsiedeln besichtigen zu dürfen. Und weil es ihm damals so gut gefallen hat, wollen wir nun zusammen nach Einsiedlen fahren, dort eine Rundwanderung auf den Spital machen und anschließend der berühmten Schwarzen Madonna einen Besuch abstatten. Sie ist ein Magnet für Pilger und Touristen. Weitere Attraktion ist der Frauenbrunnen auf dem Klosterplatz. Das Wasser aus seinen 14 Röhren soll heilende Wirkung haben.

Kloster Einsiedeln

Kloster Einsiedeln

Nach einer Stunde Fahrt von Luzern entscheiden wir uns, im Parkhaus direkt beim Kloster zu parken. Rein in die Wanderschuhe und schnell noch den Geldbeutel in den Rucksack packen. Äh – wo ist der doch gleich? Nach einer größeren Suchaktion ohne Resultat müssen wir den Tatsachen ins Auge sehen: PapaMufflon hat den Geldbeutel daheim vergessen. Also erst mal nix wie raus aus dem Parkhaus. Nachdem der Wächter uns gnädigerweise hat rausfahren lassen – die 10 freien Minuten, die man normalerweise hat, waren bei der Suche draufgegangen – muss ein neuer Parkplatz gefunden werden. Mangels Geld zingend kostenfrei. Im Nachbarort Gross werden wir fündig. Bei einem Restaurant am See stellen wir das Mufflonomobil ab. Dort steht zwar auf einer Seite ein Parken-verboten-Schild, aber passt schon.

Start zum Spital in Gross

Start zum Spital in Gross

Da der planmässige Wanderweg direkt an Gross vorbeiführt, sind wir bald wieder auf Kurs. Es geht zunächst über Felder und dann über Wiesen aufwärts. Unterwegs kommen wir vom Weg ab und steigen dann weglos auf zum Hummel. Das ist ein hübscher Aussichtsplatz mit kleinem Kreuz und schöner Bergschau. Einige Gleitschirmflieger wagen den Absprung in die Tiefe. Wir bleiben mit beiden Beinen am Boden und erfreuen uns an den vielen Krokussen, die die Wiese zieren.

Blumenwiese auf dem Hummel

Blumenwiese auf dem Hummel

Bald treffen wir auf die Schneegrenze und stapfen durch Schnee dem Gipfel entgegen. Im Winter kann man den Spital auch auf Schneeschuhen erwandern. Ist bestimmt auch einen schöne Tour.

Spitalgipfel - halb Winter - halb Frühling

Spitalgipfel – halb Winter – halb Frühling

Der Gipfel selbst ist der Sonne zugewandt und bereits schneefrei. Das Kreuz ist eingezäunt, damit es nicht wegläuft. Außerdem findet man Tafeln, die Auskunft darüber geben, welche schönen Gipfel man nun alles bewundern kann. Der Ausblick reicht vom Säntis über den Druesberg bis zu den Urner Alpen. Und das wichtigste: es gibt ein Bänkle, auf dem wir sogleich Platz nehmen und unser Vesper auspacken. So macht Pause Spaß!

Spitalgipfel - eingezäunt

Spitalgipfel – eingezäunt

Nachdem wir genug Gipfelblick und Vitamin-D getankt haben, geht es weiter. Schliesslich wollen wir noch die Madonna treffen. Zunächst verläuft der Weg wieder eine Weile durch den Schnee, dann durch Wiesengelände. Bis Obergross geht es abwärts, doch dann erfolgt ein weiterer Aufstieg auf Chälen und Friherrenberg. Die Füße werden so langsam etwas schwer, der Tag schreitet voran. Wir entscheiden, dass wir den Klosterbesuch auf ein andermal vertragen. Läuft ja nicht weg. Trotzdem ist es schade. Aber irgendwie sind wir auch ein bißchen beunruhigt, ob das Mufflonomobil wirklich so gut geparkt ist. Was, wenn es abgeschleppt wurde? Und wir haben weder Geld noch Ausweise dabei. Und sind auch noch neu eingewanderte Dütsche… Also lassen wir die Schleife über Einsiedeln aus und gehen direkt zurück nach Gross. Wir haben Glück. Das Auto steht noch. Strafzettelfrei. Alles gut.

Und so haben wir am Ende zwar keine Madonna bekuckt und kein Heilwasser geschlürft, aber die Wanderung war toll.

Frühling ist da!

Frühling ist da!