Es hat wieder geschneit. Und wir sind bereit. Bereit für neue Abenteuer auf Scheeschuhen. Es geht über den Panorama Trail aufs Jänzi. Doch es gibt Komplikationen bei der Wegfindung…

Start und Ziel: Parkplatz Langis vor dem Glaubenbergpass (von Sarnen her kommend)

Auf-/Abstieg: je ca. 350 Höhenmeter

Wegverlauf: Langis – Schwendi-Kaltbad – Egghütte – Jänzi – Wolfetsmatt – Honegg -Langis

Dauer: ca. 6 Stunden (inkl. Pause und Verirren)

Anforderungen: einfach, Kondition erforderlich (vor allem,wenn man wie wir eine Stunde nach dem Weg sucht…)

Die Straße bis zum Parkplatz Langis vor dem Glaubenbergpass ist schneefrei. Ausgezeichnet – denn Schneeketten fürs Mufflonomobil haben wir keine. Der Parkplatz ist gut besucht. Das Areal ist sehr beliebt bei Langläufern. Zahlreiche Loipen starten hier. Für uns ist Langlauf nichts. BabyMufflon ist mit den dünnen Brettern nicht kompatibel. Das ein Schnupperkurs in Oberstdorf vor einigen Jahren gezeigt. Das Feedback einer sozial unterbemittelten Passantin („Furchtbar! Das sieht ja furchtbar aus!“) hat seinerzeit dazu geführt, dass BabyMufflon den Langlaufskiern ein für alle Mal abgeschworen hat. Es gibt Dinge, die man als Körperklaus einfach unterlassen sollte.

Wir lassen also die Loipen rechts liegen und schnallen unsere Schneeschuhe an. Die Starttafel zum Jänzi Panorama Trail sieht vielversprechend aus. Ein Schild, das uns die Richtung weist, können wir allerdings nicht entdecken und so folgen wir frohen Mutes dem Pfad, auf dem vor einige Minuten zwei andere Schneeschuhläufer verschwunden sind. Schnell wird klar, dass für die Markierung des Trails die pinken Stangen recht spärlich eingesetzt wurden. An der nächsten Kreuzung biegen wir auf Verdacht links ab. Der Weg ist ganz romantisch mit Laternen gesäumt. Ist bestimmt auch schön bei Dunkelheit.

Romantische Wegbeleuchtung Richtung Schwendi-Kaltbad

Romantische Wegbeleuchtung Richtung Schwendi-Kaltbad

Obwohl wir unterwegs keinem Wegweiser mehr begegnen, erreichen wir bald darauf Schwendi-Kaltbad. Wir sind also noch richtig. So weit, so gut. Aber wo geht es jetzt weiter? Wir wählen einen Pfad entlang der Loipe, die unserer Meinung nach grob in die Richtung führt, in die wir wollen. Nach einer Weile zweigt eine Schneeschuhspur am Waldrand entlang nach oben ab. Doch keine Wegmarkierung in Sicht. Wir wollen nicht blindlings einer Spur folgen, die vielleicht in verbotenes Gelände führt. Schliesslich wollen wir keine Wildschutz-Hooligans sein.

Ab aufs Jänzi

Am Ende irren wir über eine Stunde weiter an den Loipen umher. Pfadfinderische Naturtalente sind wir wohl nicht. Es stellt sich dann raus, dass der Pfad am Waldrand entlang doch richtig gewesen wäre. Konnte man ja nicht wissen. Den Weg zum Gipfel finden wir nur, weil ein ortskundiges Pärchen vor uns dran war und wir der Spur folgend können.

Am Gipfel begrüsst uns ein Kreuz samt großzügigem Sitzbänkli. Das freut das Wandererherz – noohoggä und Berge kucken. Eine leichte Vorahnung von Frühling macht sich breit. Am sonnenverwöhnten Gipfel kuckt schon großflächig das Gras raus. Nicht mehr lange und die ersten Blümchen werden sprießen.

Andere Gipfelstürmer berichten auch, dass sie lange nach dem Weg gesucht haben. Gott sei Dank! Wir sind nicht die einzigen 🙂

Der Trail ist ein Rundweg. Es trifft sich gut, dass ein junger ortskundiger Mann, den Weg andersrum angegangen ist. Wir können seiner Spur nachgehen. Es folgt der eigentliche Panoramateil des Wegs. Immer mit Blick auf die Berge. Bis Nebel aufzieht und die Landschaft um unser herum verschluckt. Es wird gruselig. Und der Weg beginnt sich in die Länge zu ziehen. BabyMufflon hat Fußbeschwerden. Es drückt wieder am Knöchel. Und so sind wir froh als die Straße in Sicht kommt, der wir ein letztes Stück zurück zum Parkplatz folgen.

Hinweis: Bei Winterwanderungen im Schnee herrscht Lawinengefahr – nur mit LVS, Sonde, Schaufel und Studium des Lawinenbulletin unternehmen und vorher eine Lawinenausbildung machen!