Im April 2015 genießen wir einen unserer ersten freien Freitage auf dem Schimbrig (1815 m).

Mit unserer Umsiedlung in die Schweiz haben wir uns nämlich beide entschlossen, nur noch 4 Tage in der Woche zu arbeiten und mehr Zeit den schönen Seiten des Lebens zu widmen.

Los geht’s am Parkplatz Stilaub an der Glaubenbergstraße. Auf einem alten Saumweg geht es nach oben. Vom Schmelzwasser ist der Weg teilweise sumpfig und wir springen von einem Grasbüschel zum nächsten. Nach etwa 1,5 Stunden kommen wir nach Schimbrig Bad. Dank der dort vorhandenen Schwefelquellen gab es an dieser Stelle einst ein florierendes Kurhaus, in dem die Gäste dem Bad im Schwefelwasser frönen konnten. Auch als Heilwasser zum Trinken wurde das Schwefelwasser ausgeschenkt. Nachdem das Hotel zweimal abgebrannt war, wurde der Kurbetrieb eingestellt und heute gibt es lediglich ein Berggasthaus, das im Sommer bewirtschaftet ist. Als wir vorbeikommen, schlummert die Hütte noch im Winterschlaf und wir sind die einzigen, die an diesem Tag in der Gegend unterwegs sind.

Schimbrig Aussicht

Beim Aufstieg lassen wir die Schwefelquelle links liegen. Wir wollen erst beim Abstieg am Wasser schnüffeln und probieren.

Schimbrig Gipfelgrat

Nach Schimbrig Bad geht es ab in den Wald. Im letzten Stück vor dem Gipfel ist der Weg teilweise vereist und wir weichen auf den Grat aus. 2,5 Stunden nach dem Aufbruch erreichen wir den Gipfel mit schönem weißen Gipfelkreuz. Wir lassen uns unterhalb des Gipfels in der Wiese nieder und verspeisen unser Vesper. Anschliessend genießen wir die Aussicht auf die Berge – Pilatus, Entlebucher Berge bis hin ins Berner Oberland. Was gibt es Schöneres als auf einem Gipfel in der warmen Sonne zu sitzen und einfach zu sein? Glücklich und zufrieden dösen wir eine Runde ein.

DSC_0005

Als wir wieder aus unseren süßen Träumen erwacht sind, treten wir langsam den Heimweg an. Wir folgen derselben Route wie beim Aufstieg. Diesmal machen wir bei der Schwefelquelle Halt und füllen eine Flasche von dem Zauberwasser ab. Es riecht tatsächlich stark nach faulen Eiern. PapaMufflon ist wenig begeistert, aber BabyMufflon glaubt fest an die heilsame Wirkung des Wassers. Was so stinkt, muss doch Wirkung haben!

Und so ziehen wir mit dem Duft fauliger Eier in der Nase zufrieden von dannen.