Da wir nächstes Wochenende aufs Wildhorn (3247 Meter) und noch etwas Kondition trainieren wollen, soll es heute eine Tour mit ein paar Höhenmetern sein.

Start: Pany, Parkplatz am Skilift

Ziel: Pany, Parkplatz am Skilift

Auf-/Abstieg: je ca. 700 Höhenmeter

Wegverlauf: Skilift Pany – Bodähütte – Gipfel – Carals – Skilift Pany

Dauer: ca. 4,5 Stunden (inkl. Pause)

Anforderungen: technisch keine Probleme, im Abstieg teils steil, aber mit Schneeschuhe gut zu meistern. Etwas Kondition nötig, aber keine ausserordentlich anstrengende Tour.

Idee zur Tour von: www.praettigau.info, Schneeschuhtrail Nr. 15

Also hat BabyMufflon am Vorabend eifrig im Internet nach einer potentiellen Tour recherchiert und ist über globaltrail schliesslich auf der Seite vom Prättigau fündig geworden. Auf den Alpbüel (2022m) soll es gehen. Noch schnell das Lawinenbulletin und die Wettervorhersage gecheckt – alle Vorzeichen stehen auf grün. Es steht allerdings geschrieben, dass man bei der Anfahrt zum Lift evtl. Winterausrüstung fürs Auto benötigt, falls Neuschnee gefallen sein sollte. Wir hoffen das Beste – Schneeketten fürs Mufflonomobil haben wir nämlich keine.

Der Wecker klingelt zu einer für Sonntag höchst unchristlichen Zeit – nämlich um 6.15 Uhr. Aber wir haben 2 Stunden Fahrt vor uns und wollen deshalb nicht so spät loskommen.

Bei der Ankunft in Pany beschleicht uns allmählich ein komisches Gefühl – irgendwie liegt nicht wirklich viel Schnee… und wir hatten uns doch eher Gedanken gemacht, ob wir Schneeketten brauchen!  Der Parkplatz liegt auf 1300 Meter und nachdem es bei den Touren in der Zentralschweiz in den letzten Tagen ausreichend Schnee hatte, ist keiner von uns auf die Idee gekommen, zu prüfen, ob in Pany überhaupt ausreichend Schnee liegt.

Mit jedem Höhenmeter den wir uns dem Ziel nähern, schwindet unsere Hoffnung, dass sich das ganze noch in ein Winterwonderland verwandelt. Und tatsächlich – am Parkplatz angekommen ist recht viel grün zwischen den Schneeflecken. Verdammt! Und dafür sind wir jetzt 2 Stunden gefahren. Wiedermal ein Punkt, den wir in unsere goldenen Wanderregeln aufnehmen sollten: bei Schneeschuhtouren prüfen, ob am Tourenort tatsächlich Schnee liegt.

Nach dem ersten Schreck schnallen wir die Schneeschuhe an den Rucksack und laufen ‘barschuhig’ los. Hauptsache wir sind unterwegs. Das erste Stück gehts weitgehend über grün oder Harsch. Etwa bei der Bodähütte stoßen wir schliesslich doch auf eine geschlossene Schneedecke. Als es kurz darauf steiler bergauf geht, wird es endlich Zeit, die Schneeschuhe anzulegen, da wir sonst zu tief mit den Füßen einbrechen.

Die Schneedecke bricht ein

Es geht nun stetig bergauf – wir folgen der vorhandenen Spur, aber auch die Stangen stehen so dicht, dass der Weg gut zu finden ist. Unterhalb vom Chrüz erreichen wir eine Hochebene. Hier weichen wir kurz vom ausgeschilderten Trail ab, steigen zum Sattel unterhalb des Chrüz auf und wandern auf dem Kamm entlang bis zum Gipfel des Alpbüel.

Gipfel Alpbüel

Pünklich zur Gipfelankunft klart es auf und die Sonne kommt raus. Wir lassen uns nieder und genießen die Aussicht auf die Schesaplana. Am Chrüz können wir einige Skitourengänger beobachten.

Der Abstieg erfolgt über Carals. Der Weg ist wesentlich steiler als im Aufstieg. Wir vermuten, dass es teilweise mehr als 30 Grad sind, können es aber nicht verifizieren, da PapaMufflon mit seiner Handyapp nicht klar kommt. BabyMufflon macht teilweise langsam und baut manchmal ein paar Schwünge ein. Ist aber alles im grünen Bereich.

Mittlerweile ist es warm geworden und der Schnee ist ganz schön weich. Selbst mit Schneeschuhen brechen wir das ein oder andere Mal ein. Gegen Ende der Tour müssen wir Slalom laufen, um im Schnee laufen zu können. Das letzte Stück nehmen wir die Schneeschuhe wieder ab und wandern auf dem aperen Feldweg zurück zum Auto.

Hinweis: Bei Winterwanderungen im Schnee herrscht Lawinengefahr – nur mit LVS, Sonde, Schaufel und Studium des Lawinenbulletin unternehmen und vorher eine Lawinenausbildung machen!