Endlich Wochenende. Endlich wieder Wandern. Frohen Mutes entscheiden wir uns an diesem Freitag für den Fronalpstock (1922 m).

Start: Stoos (mit Standseilbahn ab Schwyz-Stoos, eine frühe Anreise empfiehlt sich, da man sonst ewig weit weg parken und auf einen Shuttlebus warten muss)

Ziel: Stoos

Auf-/Abstieg: je ca. 600 Höhenmeter

Wegverlauf: Stoos – Hotel Alpstubli – Mettlen (Mittelstation Sessellift) – Gipfel Fronalpstock (1922m), auf selbem Weg zurück

Dauer: ca. 4 Stunden (inkl. Pause)

Anforderungen: technisch einfach, ein bissle Kondition für die Höhenmeter brauchts – für Seniorenbesuch aus dem Flachland wäre es zu anstrengend, für die gibts aber einen Sessellift 🙂

Der Fronalpstock – auf globaltrail als schwarze Tour ausgezeichnet. Das klingt nach Anstrengung und Abenteuer. Wir sind gespannt.

Hochmotiviert starten wir ins Wochenende und lassen früh den Wecker klingeln. Komisch – heute steht es sich viel leichter auf als wenn einem der Weg ins Büro bevorsteht… Woran das wohl liegen mag?

Ankunft an derTalstation der Standseilbahn Stoos:. 9 Uhr. Wir können diesmal das Mufflonomobil auf dem vordersten Parkplatz abstellen.  Die Standseilbahn rumpelt uns ruck zuck auf den Stoos – in der Bahn ist es vorteilhaft talseitig zu stehen, da die Bahn an steilen Stellen eine gewisse Schlagseite bekommt. Wenn man bergseitig steht, muss man aufpassen, dass man nicht vornüber kippt. Gut Festhalten ist zu empfehlen. Und am besten rechtzeitig einen bequemen Griff suchen. Wenn man letzter Sekunde kurz vorm Umkippen nach einem Halt schnappt, wird das die Fahrt über unangenehm – wir BabyMufflon mit verdrehter Schulter feststellen musste.

Stoos

Oben angekommen geht’s erst mal auf dem Winterwanderweg bis zum Kinderland. Dort hat PapaMufflon versucht, BabyMufflon abzugeben. Hat aber nicht geklappt. Also ziehen wir zu zweit weiter. Das Startschild folgt bei einer Reihe Ferienhäusle. Die Schneeschuhe angeschnalllt und schon verlassen wir die Zivilisation – immer entlang der pinken Stangen. Wir tauchen ein in ein Winterwonderland. Es hat die letzten Tage kräftig geschneit und in der Sonne funkelt die noch jungfräuliche Schneeoberfläche wie tausend Diamanten. Das ist gelebte Faszination.

Winterzauber

Heute gibt es eine Premiere: wir wandern das erste Mal mit Tourentellern an unseren Trekkingstöcken. Bislang hatten wir noch die ganz normalen kleinen Tellerchen dran. Ging auch ganz gut, aber man hat mit den größeren Tellern vor allem beim Abstieg mehr Sicherheit, weil sie ein zu tiefes Versacken des Stocks im Schnee verhindern.

Anders als auf der Winterkarte von Stoos vermuten lässt, geht der Schneeschuhtrail nicht die ganze Zeit entlang der Rodelpiste. Man kann die meiste Zeit des Wegs die Stille und Natur fernab des Pistentrubels genießen. Die 600 Höhenmeter bis zum Gipfel sind einfach zu bewältigen. Freilig, es geht natürlich als nuff, aber es gibt unterwegs keinerlei Schwierigkeiten. Eh wir uns versehen, erreichen wir den Gipfel und treffen dort auf einige Skifahrer. Am Freitag hauptsächlich älteren Semesters oder Studenten. Teilweise in skurillem Skidress. Vom Bärenkostüm über rosa Prinzessinengewand bis hin zum Drachenoutfit. Und wir dachten, Fasching ist vorbei…

Blick auf die umliegenden Berge

Wir schießen das obligatorische Gipfelbeweisfoto und begeben uns dann zur Nahrungsaufnahme ins Gipfelrestaurant. Bei herrlicher Aussicht auf die umliegenden Berge lassen wir uns Chicken Nuggets und Apfelstrudel schmecken.

Gipfelkreuz Fronalpstock

Nach einer ausgiebigen Pause treten wir den Heimweg an. Der Abstieg durch den Pulverschnee gestaltet sich abwechslungsreich. Sogar BabyMufflon traut sich, an steileren Stellen im Ausfallschritt den Hang hinab zu gleiten. Natürlich nicht, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren und mit dem Hintern im Schnee zu landen…

Auf einmal zieht Nebel auf und es wird ein bisschen gruselig. Jetzt zeigt sich, wie schnell im Gebirge die Bedingungen umschlagen können. Die Sicht ist so schlecht, dass wir die pinken Schneeschuhtrailstangen nicht mehr sehen. Es gibt einige Spuren von Skifahrern, denen wir vertrauensvoll bis ins Tal bzw. nach Stoos folgen.

Hinweis: Bei Winterwanderungen im Schnee herrscht Lawinengefahr – nur mit LVS, Sonde, Schaufel und Studium des Lawinenbulletin unternehmen und vorher eine Lawinenausbildung machen!